13-10-09
Mathematikwerkstatt in Müssen stellt sich vor
Müssen (vd)- Wie bei einem ordentlichen Boxkampf, gibt es ein Vorprogramm zur Präsentation der Mathematikwerkstatt in der Ganztagsschule Müssen. Schönheit und Geist erscheinen heute zur Parade an der Schule.
Die Schülerinnen des Beauty-Kurses schließen ihren Lehrgang mit einer Modenschau ab. Der Kurs dient dazu, die Mädchen mit verschiedenen Berufen vertraut zu machen. Organisator des Kurses und der Modenschau ist der Friseursalon Riewesell, der in Schwarzenbek und in Büchen Läden unterhält.
Voller Stolz und Freude führen die jungen Damen im Alter von sechs bis neun Jahren ihre Modelle vor. Die Gesichter der Kinder sind zart geschminkt, die Füße drohen aus den hochhackigen Pumps in Erwachsenengröße zu kippen. Alle haben ihren Spaß, auch die zuschauenden Jungen. Währenddessen ist Walburga Pleus, Lehrerin für Mathematik und Sachkunde, schon bereit für die Vorführung ihrer Schätze aus der erweiterten Mathematikwerkstatt. Seit 2004 beteiligt sich die Schule in Müssen am SINUS – Projekt, das die Effizienzsteigerung des mathematischen und naturwissenschaftlichen Grundschulunterrichtes zum Ziel hat. Die Gelder für den Kauf von Materialien und Spielen wurden im Rahmen des Projektes vom Land bereitgestellt.
Auch die Kreissparkasse beteiligte sich mit 1.000 Euro an der Finanzierung, und der Schulverein leistete einen Beitrag. Jetzt konnte die Mathematikwerkstatt vom Keller in einen größeren Klassenraum umziehen. Fein säuberlich reihen sich die Materialen in den beschrifteten Fächern der Regale auf. Die kleinen Teile in Ordnung zu halten, ist eine gewaltige Aufgabe. »Die Kinder haben Ordnungsdienst. Es klappt gut mit der Ordnung«, erläutert Walburga Pleus zufrieden. Spiele und Materialien verdeutlichen und lehren den Umgang mit geometrischen zwei- und dreidimensionalen Formen und Materialien, mit Klötzen, Würfeln, Gewichten und Mustern. Ratespiele und Schätzungen entwickeln das Gefühl für Größenordnungen. Eine von Leonardo da Vinci aus 33 Holzteilen entwickelte Brücke, deren Konstruktion ohne Seile auskommt, ist Bestandteil des Spielereservoirs.
Die Schüler der vierten Klasse stellen den anwesenden Eltern die acht Einheiten der Mathematikwerkstatt vor, bevor sich die Erwachsenen an diesem Tag zusammen mit den Kindern dem Spielen hingeben.