05-10-09
Das kulturelle Erbe um uns: Förderverein Gudow gibt historischen Kalender für 2010 heraus
Gudow (vd) – Alte Ansichten von noch existierenden Gebäuden, so der Sankt-Marien-Kirche, des Bülow‘schen Herrenhauses, des Pastorats, und alte Aufnahmen von verschwundenen Gebäuden, beispielsweise alten Bauernstellen, finden sich im neuen Kalender des Kirchspiels Gudow.
Herausgeber ist der Verein »Freunde und Förderer des Kirchspiels St.-Marien zu Gudow e.V.«. Der Förderverein wurde vor etwa 20 Jahren gegründet mit dem Ziel, den alten Pfarrhof von Gudow vor dem Abriss zu bewahren. Besonders die baufällige Pfarrscheune bedurfte der Renovierung. Heute ist das geräumige Fachwerkhaus wieder ein Schmuckstück und steht dem Dorf für Veranstaltungen zur Verfügung. Neben der Pfarrscheune besteht der Pfarrhof als sichtbar bauliches Ensemble aus dem 1855 errichteten Pastorat, dem Backhaus sowie einem Pferde- und einem Schweinestall. Die Mitglieder des Fördervereins brachten ihre Arbeitskraft in hohem Maß in die Renovierung ein.
Damals wurden Teile des Fachwerks entkernt, die morschen Decken mussten entfernt und die historischen Lehmwände gesichert werden. Voller Stolz leuchten die Augen des Vereinsvorsitzenden, Lutz Meincke, wenn er von diesem Wirken aller berichtet.
Derzeit steht die Erhaltung der Sankt-Marienkirche im Mittelpunkt der Aktivitäten des Fördervereins. Sie ist eine der ältesten und überwiegend in der ursprünglichen Anlage erhaltenen Kirchen im Kreis. Den romanischen Grundkörper der Kirche überragt ein Holzturm, der im Barock errichtet wurde.
Der gotische Marienkrönungsaltar mit seinen 14 holzgeschnitzten Figuren, ursprünglich aus dem Kloster Lüne, der Taufstein aus dem 12./13. Jahrhundert, die Skulptur der Muttergottes auf dem Vollmond und der Taufengel geben der Dorfkirche zusammen mit dem Patronatsgestühl der Familie von Bülow ihr charakteristisches Bild.
Die Vereinsmitglieder kennen ihre Kirche und die dazugehörigen Gebäude bis ins kleinste Detail. Mit Sorge beobachtet Lutz Meincke den Fortgang der Spaltenbildung im Holz des Taufengels und des Gebälks, zum Teil hervorgerufen durch eine Heizungsanlage und einen Fußboden, wie man sie heute in einem denkmalsgeschützten Gebäude nicht mehr installieren würde.
Neben der konkreten Mitarbeit von Vereinsmitgliedern bei anstehenden Erhaltungsarbeiten engagiert sich der Verein auch finanziell. Der Mehrerlös aus dem Verkauf des Kalenders nach Deckung der Herstellungskosten fließt dem Verein zu für anstehende Maßnahmen. Der Kalender kann käuflich erworben werden bei Ihr Kaufmann Thomas Erhardt in Gudow, bei der Volks- und Raiffeisenbank Mölln und Gudow, im Bauernladen Carstens in Besenthal, bei Jochen Pahl in Grambek sowie bei der herstellenden Druckerei Sommerfeld in Gudow.
Neue Mitglieder sind herzlich willkommen.