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09-02-10

Bleiben Sie cool

 


Im Jahr 2008 brachten Günter Behnke und seine Kollegen vom Büchener Bauhof sieben Tonnen Streusalz auf die Straßen und

Büchen (cks) – Was uns in der Weihnachtszeit noch in Verzückung versetzte, fängt langsam an zu nerven. Überall Eis und Schnee, das Autofahren und der Weg zu Fuß oder mit dem Fahrrad sind beschwerlich, Hofeinfahrten und Parkplätze gleichen reinen Eisbahnen. Die Straßen sind teilweise nur noch einspurig befahrbar, und auch die Fußwege sind nur noch halb so breit wie sonst. Neuschnee zwingt uns, morgens eine Stunde eher aufzustehen und unseren Räumpflichten als Haus- und Hofbesitzer nachzukommen. Und dann haben Sie Ihre Einfahrt gerade frei, da kommt das Räumfahrzeug der Gemeinde und schiebt Ihnen die Auffahrt wieder zu? Ärgerlich? Bei genauerer Überlegung leuchtet jedoch ein, dass das Räumfahrzeug nicht bei jeder Hofeinfahrt den Pflug hochnehmen kann, sonst würde ja die Straße nicht geräumt. Doch darüber scheinen viele Bürger nicht nachzudenken und lassen ihren Frust über das allmorgendliche Schneeschieben und die zugeschobene Auffahrt direkt an Günter Behnke, der den Schneepflug fährt und seinen Kollegen vom Bauhof aus. »Wir werden schon beschimpft. Teilweise rütteln die Leute sogar an meiner Wagentür«, so Bauhof-Vorarbeiter Günter Behnke. Während die Bevölkerung vielleicht eine Stunde eher als sonst aus dem Bett muss, haben die Bauhofmitarbeiter bereits einige Stunden Dienst in den Knochen (Dienstbeginn 3 Uhr morgens). Rund-um-die-Uhrdienst, und das auch am Wochenende, sind an der Tagesordnung. Allein im Januar haben die vier Vollzeit-Bauhofler annähernd 100 Überstunden angesammelt. Fragen, warum nicht einfach ein paar mehr Mann eingestellt werden, häufen sich in der Gemeinde. »Ich habe ja nicht noch ein paar Mann im Schrank, die wir dann rausholen«, so Bürgermeister Uwe Möller. Weitere Neueinstellungen, nur weil es in diesem Jahr mal wieder einen anständigen Winter gibt, sind daher ausgeschlossen. Vier Voll- und zwei Teilzeitkräfte sind derzeit in Büchen und auf den Gehwegen in Richtung Fitzen, Müssen und Bröthen unterwegs. »Beim Winterdienst wird nach bestimmten Dringlichkeiten vorgegangen. Busbahnhof, Schul- und Überwege sind zuerst dran«, erklärt Bürgermeister Möller, bei dem sich telefonische Beschwerden und E-Mails häufen. Das erklärt, warum in einigen Bereichen erst mittags geräumt wird, und nicht in allen Straßen kann aufgrund der Örtlichkeiten geschoben werden. Auch der Kreis käme mit dem Winterdienst fast nicht hinterher. Lauenburger und Möllner Straße sowie der Kreisel in Büchen und die Straße nach Büchen-Dorf sind Kreissache, wurden aber auch schon von der Gemeinde mit gestreut.
Damit die Fußwege und Straßen nicht weiter verengt werden, sollte der Schnee weder auf die Straße (ist eh verboten) noch weiter auf dem Gehweg aufgetürmt werden. Wer Platz hat, könnte die weiße Pracht vielleicht auch im Vorgarten lagern und für die Mülltonnen eine kleine Nische in den Schneewall schaufeln. Denn: Die Müllmänner müssen die Tonnen über die Schneedämme wuchten; bei zehn Tonnen mag das gehen, bei 1.000 jedoch nicht mehr. Um bei einsetzendem Tauwetter das große Wasserchaos zu verhindern, sind bereits jetzt zwei Bauhof-Mitarbeiter der Gemeinde damit beschäftigt, die 1.000 Regenabläufe in den Straßen von Schnee und Eis zu befreien und so ein Ablaufen des Schmelzwassers zu gewährleisten. Dankbar wären die Gemeindearbeiter natürlich, wenn die Büchener den einen oder anderen Gully vor der Gartenpforte selber von Schnee und Eis befreien. »Es nützt nichts. Fürs Wetter kann keiner. Es geht eben alles etwas langsamer und ruhiger«, so Bürgermeister Möller, der an die Gelassenheit der Bürger appelliert. Und ein Ende des Winters ist nicht in Sicht.
Es bleibt weiter frostig, und ab Mitte der Woche soll es erneut schneien. Also, bleiben Sie cool.
Im Jahr 2008 brachten Günter Behnke und seine Kollegen vom Büchener Bauhof sieben Tonnen Streusalz auf die Straßen und
Wege in Büchen. Im Jahr 2009 waren es im gesamten Winter 17 Tonnen. Ganze 60 Tonnen waren es seit Januar dieses Jahres.


Fotos: Christina Kriegs-Schmidt



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