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04-08-09

Mit dem Prahm über den Prüßsee

 


Der Prahm »Herzog Erich« vor der Abfahrtsstelle am Restaurant »Seepavillon« in Güster. Fotos: Verena Dylla

An Bord der »Herzog Erich« (von links): Pächter des »Seepavillons« und Prahmcaterer Thomas Mix, Eckard Eggerstedt vom Verein »Historische Reederei Lauenburg e.V.«

Güster (vd) – Gespannt ließen sich am vergangenen Wochenende die Gäste auf den schmalen Holzbänken seitlich im Kahn nieder, atmeten den Duft des frischen Grüns der umstehenden Bäume und der frisch geräucherten Maränen.

Dann begann das ruhige Gleiten durch die Welt des Prüßsees, vorbei an kleinen grünen Inseln, gepflegten Gärten um kleine Wochenendhäuser und stattliche Villen.

Der Prahm war ursprünglich ein motorloses flaches Schiff, das zum Transport von Salz die Stecknitz herauf von Lauenburg bis Lübeck eingesetzt wurde. Frauen und Kinder besorgten das Treideln. Die Nutzung von Prahmen sowie das Treideln selbst fanden mit Aufkommen der Dampfschiffe im Ausgang des 19. Jahrhunderts ihr Ende.

Der Prahm, der in Güster zum Einsatz kommt, ist ein historisch getreuer Nachbau. Ein Jugendprojekt der AWO Lauenburg stand am Beginn des Baus vor etwa 13 Jahren. Fertiggestellt wurde die »Herzog Erich« durch Mitglieder des Vereins »Historische Reederei Lauenburg e.V.«, dem jetzigen Eigner des Schiffes. Baumaterial sind verschiedene Hölzer, nämlich Lärche, Eiche und Fichte. Ein 55-PS- Motor leistet den Antrieb. Die Länge beträgt 13,80 Meter, die Breite 2,50 Meter und der Tiefgang lediglich 80 Zentimeter. Die Kajüte, die sogenannte Knechtsbude, steht achtern und ist eine winzige Hütte von 2 Metern Länge und 1,50 Meter Breite, die dem Salzknecht als Aufenthaltsort und Schlafplatz diente. Der Salzknecht, der das Schiff auf seiner Fahrt begleitete, durfte es nicht verlassen, musste er doch die 12 bis 15 Tonnen der Zuladung, des weißen Goldes, sicher in den Bestimmungshafen bringen.

Derzeit schippert die »Herzog Erich« mit Axel Fetterick aus Mölln am Steuer und Eckard Eggerstedt vom Verein an den Wochenenden regelmäßig über den Prüßsee. Die Fahrt über einen Teil des etwa 150 Hektar großen Sees dauert etwa eine Stunde. Für das leibliche Wohl an Bord sorgt der Pächter des Restaurants »Seepavillon« und des Sees, Thomas Mix aus Büchen. Der Prüßsee entstand infolge des Kiesabbaus durch das Unternehmen der Gebrüder Prüß in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1985. Das nach Aufgabe des Kiesabbaus kreierte Naherholungsgebiet mit Wochenendhäusern, Campingplätzen, Wassersport- und Angelgelegenheiten zieht nicht nur Großstädter aus dem nahen Hamburg an, sondern auch Berliner und Touristen aus ganz Deutschland. Übrigens steht die »Herzog Erich« auch für eine Vermietung an Gruppen zur Verfügung (Telefon: 04158–881121).



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