04-05-10
Freiwilliges ökologisches Jahr: Zuschüsse gestrichen
Siebeneichen (ik) – Das Freiwilligen Ökologische Jahr (FÖJ) bietet jungen Menschen eine Möglichkeit, für Umwelt und Natur praktisch tätig zu sein und gleichzeitig ökologische und umweltpolitische Zusammenhänge besser zu verstehen. Das FÖJ hat sich bundesweit als eine erfolgreiche Verbindung von aktivem Engagement für die Umwelt, Umweltbildungsjahr sowie Jahr der Persönlichkeitsentwicklung und Berufsorientierung etabliert. Das geht bekanntlich nicht ohne Geld, denn irgendwie muss das ja auch finanziert werden – und da taucht nun das Problem auf: Die Landesregierung hat die Zuschüsse von 1,4 Millionen Euro auf eine Million gekürzt.
Die NABU-Gruppe Büchen ist seit Beginn (1991) des FÖJ in Schleswig-Holstein Einsatzstelle für zwei FÖJlerinnen und kann in dieser FÖJ-Generation das zwanzigste Jubiläum feiern. Ein freudiges Ereignis also – doch wenn die Finanzierung dem NABU-Verband Büchen die Zuschüsse kürzt, muss mehr Eigenkapital aufgebracht werden, und das ist nach Auskunft des ersten Vorsitzenden Karl-Heinz Weber nicht möglich. Nach den Kürzungen müssen die Einsatzstellen pro FÖJler vierhundert Euro zahlen – im geplanten zweiten (der bereits im Gespräch ist) Kürzungsschritt sogar tausend Euro. Der Büchener NABU-Verband lebt jedoch von seinen Mitgliedsbeiträgen und kann solche Summen nicht aufbringen. Sie sind geradezu utopisch. Nun ist guter Rat teuer, denn das Jubiläumsjahr könnte unter diesen Umständen nicht stattfinden.
Weber gibt jedoch nicht auf und hat Sandra Redmann, MdL, SPD (Arbeitskreisvorsitzende Umwelt und ländliche Räume – zuständig für FÖJ), kontaktiert und hofft auf diese Weise auf Hilfe. Redmann ist das Problem nicht unbekannt, doch auch sie kann nur mitteilen, dass die Kürzung bestehen bleibt – trotz aller Bemühungen.
»Politisch haben wir alles versucht, aber wir sind gescheitert und nun müssen wir sehen, wie wir über andere Stellen Förderungen bekommen.« 1990 gab es dreißig Plätze in Schleswig-Holstein. Durch die Rot/Grüne Regierung wurde ab 1995 auf 150 Plätze aufgestockt und nun wird abgebaut, zunächst auf 139. Eine Idee Redmanns wären Sponsoren. So sieht auch die Rettung der beiden FÖJ-Stellen in Büchen aus, denn durch ein NABU-Mitglied konnte der Kontakt zur E.H. Albers Stiftung hergestellt werden, die für die nächsten drei Jahre dem Verband »unter die Arme greift«.
Damit ist die Büchener Einsatzstelle zwar gesichert, aber das Ursprungsproblem nicht beseitigt. Redmann sieht hier die Anerkennung des Ehrenamtes nicht gewahrt und informiert: »Auch in der Politik gibt es Mode.« Olaf Schulze, MdL, SPD, ergänzt dazu: »Umweltpolitik ist im Moment nicht so in.
Energieeinsparungen stehen zurzeit hoch im Kurs.« Trotzdem wird Schulze einen weiteren Antrag im Haushalt stellen, diese Kürzungen nicht vorzunehmen.