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24-08-10

Altes Pastorat neues Zuhause für Demente

 


Von links: Joachim Bretzke, Dr. Matthias Heißler, Brigitte Fricke und Jan-Peter Zöllner vor dem sich im Umbau befindlichen ehemaligen Pastorat an der Möllner Straße. Foto: Christian Weidner

Büchen/Lauenburg (cw) - Es sind aufschreckende Zahlen: Im Kreis Herzogtum Lauenburg lebten im Jahr 2005 8.534 Bürger, die älter als 80 Jahre alt waren.

2020 werden dies in etwa knapp 15.000 Bürger sein. Das heißt, dass der Anteil der Pflegebedürftigen in den kommenden Jahren ebenfalls stark ansteigen wird.

Mit Unterstützung von Dr. Matthias Heißler, dem Leiter der Psychiatrie im Johanniter-Krankenhaus in Geesthacht, werden der von ihm mitbegründete Verein »Arbeit nach Maß« und die Diakonie Sozialstation Büchen-Lauenburg bereits jetzt auf die steigende Nachfrage von geeigneten Pflegeplätzen reagieren und eine betreute Wohngruppe für Demente im alten Büchener Pastorat einrichten.

Der Umbau des an der Möllner Straße zentral in Büchen gelegenen Hauses läuft bereits und wird bis zu 60.000 Euro kosten. In familienähnlicher Form wird die Wohngruppe künftig das neue Zuhause von maximal acht Bewohnern sein. Der erste Einzug ist im Oktober geplant. In Kooperation mit regionalen Pflegediensten betreibt der Verein »Arbeit nach Maß« bereits fünf betreute Wohngruppen im Südkreis, darunter in Geesthacht, Wentorf und in Schwarzenbek. Ziel ist es, den Bewohnern ein möglichst familienfreundliches und normales Umfeld zu bieten. Erreicht wird dies durch das optimale Zusammenspiel von Angehörigen, Ehrenamtlichen und Pflegekräften, das so in geschlossenen Heimen oder der Psychiatrie nicht möglich ist. So betont Dr. Matthias Heißler auch, dass sich Demente in einem guten Umfeld, in dem sie nahezu rund um die Uhr betreut werden können, besser zurechtfinden und entwickeln können.

Die Bewohner werden einen einfachen Mietvertrag abschließen und können dann neben ihrem Zimmer, in dem sich eine Nasszelle befinden wird, auch Gesellschaftsräume frei nutzen. Die sonstigen Pflegedienstleistungen werden von der Sozialstation oder frei wählbaren ambulanten Anbietern übernommen. Für Miete, Pflegevertrag und sonstige Dienstleistungen werden Heimbewohner monatlich etwa 1.200 bis 1.600 Euro zahlen müssen.

»Je nach Pflegestufe wird ein Teil auch von der Pflegeversicherung übernommen, sodass auch Bewohner, deren Einkommen im Bereich der Grundsicherung liegt, einziehen können«, erklärt Jan-Peter Zöller vom Verein »Arbeit nach Maß«.

Die Organisatoren, darunter auch Brigitte Fricke und Joachim Bretzke von der Sozialstation Büchen-Lauenburg, freuen sich auch über den Rückhalt der Büchener Gemeinde sowie der Sparkasse, die bei der Planung unbürokratisch zur Seite gestanden haben.

Gut die Hälfte der Plätze ist bereits vergeben. Wer Interesse an einem Platz oder weiteren Informationen hat, wendet sich entweder an die Diakonie Sozialstation Büchen-Lauenburg (Pflegedientleiterin Brigitte Fricke, Telefon 05155 - 48 10) oder an den Verein »Arbeit nach Maß« (Jan-Peter Zöllner, Tel. 04152-87 89 71).

Am morgigen Mittwochabend wird der Psychiater und Experte für betreutes Wohnen, Prof. Dr. Klaus Dörner, um 18.30 Uhr im Gemeindesaal im Lindenweg zum Thema »Selbstbestimmte Hausgemeinschaften« referieren und bei seinem Vortrag auch zum neuen Büchener Projekt Stellung beziehen.



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