abstandshalter abstandshalter Kurt Viebranz Verlag - gut aufgelegt seit 1961
abstandshalter
Kopfgrafik eins abstandshalter Kopfgrafik zwei abstandshalter Kopfgrafik drei
abstandshalter
abstandshalter
07-07-09

Zivilcourage der Demonstranten

 

Von Olaf Kührmann


Geesthacht - Die Atomkraftgegner, die am Wochenende vor dem Kernkraftwerk Krümmel protestiert haben, sollten von der Stadt Geesthacht für ihre Zivilcourage geehrt werden. Nur weil sie und mit ihnen 220 Polizisten trotz hochsommerlicher Temperaturen vor dem Kernkraftwerk ausharrten, kam der jüngste Störfall – oder ist das bei Verteilung dieser Ausgabe bereits wieder überholt? – im Pannenreaktor Krümmel an das Tageslicht. Vattenfall hatte den Trafoschaden, der am Sonnabend um 12.02 Uhr eintrat, nicht an das Sozialministerium in Kiel, die hilflose Aufsichtsbehörde ohne wirkliche Befugnisse, gemeldet.


»Wir bedauern außerordentlich, dass es durch den Vorfall erneut zu einer Verunsicherung der Öffentlichkeit gekommen ist«, ließ der offenbar überforderte Geschäftsführer der Vattenfall Europe Nuclear Energy GmbH, Michael Züfle, später die Öffentlichkeit wissen. Und: »Außerdem entschuldige ich mich ausdrücklich für den Fehler in der Erstkommunikation, durch den die Aufsichtsbehörde ihre erste Information nicht durch uns erhalten hat. Wir werden alle Anstrengungen unternehmen, um einen solchen Fehler künftig auszuschließen«. Was war geschehen? Die Objektsicherung des Kernkraftwerks hatte die Polizisten, die das Kernkraftwerk während der friedlichen Demonstration sicherten, von dem Trafoschaden informiert. Die Polizisten wiederum gaben die Information an das Innenministerium weiter. Und das informierte dann das zuständige Sozialministerium.


Währen die Demonstranten nicht vor dem Kernkraftwerk gewesen, hätte sich die Polizei dort ebenfalls nicht aufgehalten. Und der Objektschutz hätte keinen Ansprechpartner gehabt.


Züfle träumt derweil schon wieder davon, weiterzumachen. »Erst wenn alle technischen und organisatorischen Fragen eindeutig geklärt sind, werden wir – in enger Abstimmung mit der Aufsichtsbehörde – das Kraftwerk wieder in Betrieb nehmen«.


Bei der Reaktorabschaltung seien weitere technische Abweichungen aufgetreten, heißt es bei Vattenfall. Im Einzelnen seien das:


 • So sind zwar alle 205 Steuer-
stäbe hydraulisch eingeschossen worden und haben den Reaktor, wie vorgesehen, abgeschaltet. Bei einem Steuerstab ist allerdings die Mutter, die den Stab zusätzlich fixieren soll, nicht elektrisch nachgelaufen. Dafür war ein defektes Elektronikteil verantwortlich. Dieses Teil wurde ausgetauscht und der Mutternachlauf für diesen Steuerstab durchgeführt.
• Außerdem war die Kühlung des Reaktorwasser-Reinigungssystems ausgefallen, sodass dieses System für etwa vier Stunden nicht zur Verfügung stand. Im Verlauf der Störung wurde dieses System nicht benötigt.
• Messungen der Aktivität des Reaktorwassers haben den Hinweis auf ein defektes Brennelement ergeben. Dies werde weiter untersucht. Am beschädigten Transformator wurde festgestellt, dass an zwei Stellen Öl ausgetreten war.



abstandshalter

RSS FEED

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit dem Viebranz RSS Feed.

abstandshalter