07-07-09
Protestaktion vor Krümmel verlief ruhig
Geesthacht (dk) – Die geplante Protestaktion verschiedener Atomkraftgegner (ContrAtom, Robin Wood) von Freitag bis Samstagabend verlief weitestgehend ruhig. Einsatzkräfte der Polizei waren mit einem großen Aufgebot vor Ort, pflückten hier und da ein paar vorwitzige Aktivisten vom Sicherheitszaun und sorgten dafür, dass niemand die Absperrung durchbrach. Harsche Worte gab es auf beiden Seiten, verständlich bei Temperaturen um 30 Grad Celsius und dieser äußerst heiklen Angelegenheit.
Der Atommeiler Krümmel macht immer wieder durch ‧Negativ-Schlagzeilen auf sich aufmerksam, leider war es – und bleibt es – immer schon so: Geld regiert die Welt, ohne Rücksicht auf Verluste. In diesem Fall sind es die Kinder, die ganz offensichtlich unter den Folgen leiden, trotz anhaltender Störungen wird diese unvorstellbar große Gefahr für die Menschheit weiterhin geplant, gebaut oder in Betrieb gehalten. Hier kann es keine neutrale Meinung geben, Aktivisten auf beiden Seiten.
Verständlich aber auch die Reaktion der Polizei, in Schutzmontur in der prallen Sommersonne, ununterbrochen im Einsatz, da erhitzen sich auch dort die Gemüter. Für höfliche Aufforderungen, sich von der Absperrung fern zu halten, war keine Geduld mehr da. Auf der anderen Seite besorgte Eltern, die Angst um ihre Kinder und die eigene Gesundheit haben, auch hier kein Langmut mehr zu spüren, auch hier wurde »Dampf« abgelassen. Doch trotz allem keine schweren Übergriffe, die Aktion endete friedlich, letztendlich erreichten die Aktivisten mit ihrer Blockade ihr Ziel: das Lahmlegen der Elbuferstraße. Ein Tropfen auf dem heißen Stein oder ein weiterer kleiner Schritt in Richtung des großen Ziels: das Monster Krümmel endlich und für immer vom Netz zu nehmen. Und der erneute Zwischenfall gibt ihnen wieder einmal Recht: Am 4. Juli gab es eine Schnellabschaltung im Werk, dies werde hoffentlich endlich dazu führen, dass dieser Reaktor abgeschaltet bleibt, sagen Atomkraftgegner.