01-12-09
Unmut über Erhalt der Linden im Schwarzen Kamp
Geesthacht (gak) – Andreas Schröder vom Fachdienst Tiefbau der Stadt Geesthacht hatte die Anwohner des Schwarzen Kamp zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Etwa 35 Bürger waren der Einladung gefolgt, um sich über den geplanten Ausbau und die Erneuerung des Kanalsystems zu informieren. Peter Junge als Fachbereichsleiter Bauen und Umwelt moderierte die Veranstaltung.
Anlass des Ausbaus ist der seit 1987 geplante Umbau der Geesthachter Mischsysteme in Trennsysteme. Künftig sollen Schmutz- und Regenwasser getrennt abgeleitet werden. Im Rahmen dieser Baumaßnahme soll die Straße mit neuen Laternen, die auch den Gehweg ausreichend beleuchten und mit wechselseitigen Parkmöglichkeiten zur Verkehrsberuhigung versehen werden. Durch die Reduktion der Fahrbahnbreite wird es zu einer Einbahnstraßenregelung kommen, deren Richtung noch nicht feststeht. Die geschätzten Gesamtkosten belaufen sich auf 388.000 Euro, davon sind etwa 280.000 Euro zu 70 Prozent umlagefähig. Die Trennung auf dem eigenen Grundstück hat laut Angela Wisniewski von den Abwasserbetrieben durch die Eigentümer sofort zu erfolgen. Am kostengünstigsten sei dies vermutlich während der Bautätigkeit durch ohnehin dort tätige Firmen zu erledigen.
Anhand von Mustergrundstücken erläuterte Marion Schumacher die Höhe der Anliegerbeiträge. Auf einem 600 Quadratmeter großen Grundstück mit zweigeschossiger Bebauung fielen etwa 9.000 Euro, sofern es nur eingeschossig bebaut ist 7.000 Euro Beiträge an. Hinzu kommen die individuellen Anschlusskosten auf den Grundstücken.
Die Höhe der Kosten wurde von den Anwohnern angezweifelt und vermutet, dass es erheblich mehr werden würde. Auf massive Kritik stieß jedoch der Plan der Stadt, die zwanzig Meter hohen Linden zu erhalten und die Stolperfallen der Gehwege nur auszubessern. »Schildbürgerstreich«, war noch eine der freundlicheren Bemerkungen aus dem Kreis der Zuhörer. Die Anwohner forderten die Fällung der Bäume sowie Neuanpflanzungen mit in die Tiefe gehendem Wurzelwerk und Erstellung eines neuen Gehweges. »Die Bäume werden nicht beschnitten, die Wurzeln gehen in die Kellerbereiche und die Äste reichen bis ans Haus«, beschwerte sich ein Anwohner. Einhellig die Aussage, dass auch tagsüber das Licht brennen müsse, da die Linden jegliches Licht schlucken würden. Außerdem seien Unmengen von Laub im Herbst zu fegen, von den klebrigen Blüten im Frühjahr gar nicht zu reden.
Eine durch Handschachtung ausgeführte Untersuchung des Wurzelwerks der Linden hatte ergeben, das sowohl der Vitalitätszustand als auch die Statik bestens sei.
»Eine ortsbildprägende Allee, die aus Geesthachter Sicht erhaltenswert ist«, resümierte Andreas Schröder. Er machte das politische Ziel der Stadt Geesthacht deutlich: »Wir wollen alten Baumbestand erhalten.« Eine Aussage, die bei der überwiegenden Zahl der Anwohner große und lautstarke Verärgerung hervorrief.