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01-07-10

Geesthachter Tierheim fordert sofortige EU-Maßnahme

 


Leiterin des Tierheims Geesthacht, Tierärztin Corinna Mick (links,) und Stellvertreterin Sabina Paffrath kümmern sich liebevoll um ihre ‚Heimbewohner‘, sind aber gegen die gängige Praxis von Tiertransporten.Foto: Thomas Bartel

Geesthacht (tba) - Noch immer erleiden Millionen von Tieren Höllenqualen bei Transporten innerhalb Europas. Unbegrenzte Transportzeiten, qualvolle Enge, erstickende Hitze und unerträglicher Durst, so sieht die Realität beim Transport lebender Tiere in Europa teilweise nach wie vor aus. Anlässlich des bundesweiten Aktionstages gegen Tiertransporte am 1. Juli fordert auch der Tierschutzverein Geesthacht, diese grauenhaften Zustände zu beenden.
»Die angekündigte Überarbeitung der EU-Transportvorschriften hinsichtlich der Transportzeiten und Ladedichten muss kompromisslos an den Bedürfnissen der Tiere ausgerichtet sein«, so die Tierärztin und Leiterin des Geesthachter Tierheims, Corinna Mick, »und es muss endlich zu einer Verbesserung aus Tierschutzsicht führen.« An die Leiden der Tiere, die oftmals über Tausende von Kilometern transportiert werden, soll der 1. Juli erinnern, aber auch mahnen. Unvorstellbar: jährlich werden mehr als 360 Millionen Schweine, Rinder, Schafe, Pferde und Ziegen und mehr als vier Milliarden Stück Geflügel in der EU hin und her transportiert, zum Beispiel von Litauen nach Italien oder von Dänemark nach Osteuropa und dies, nur um diese zu schlachten. Unzählige Tiere sterben während des Transports oder werden zum Teil schwer verletzt. Kritik kommt hier von Verbrauchern, Tierheimen und Tierschutzverbänden, doch Brüssel wartet erst einmal ab.

 
Obwohl schon für das Jahr 2008 eine Überarbeitung der bestehenden EU-Gesetzgebung angekündigt war, wird diese weiter verschoben. »Wie der EU-Verbraucherschutz-Kommissar John Dalli verlauten ließ«, so Corinna Mick, »werde man erst einen Bericht zur Situation der Tiertransporte der zuständigen Ausschüsse abwarten, bevor man Gesetzesinitiativen in Betracht ziehen würde. Das kann so nicht akzeptiert werden.« Denn dies wird dauern, da der Bericht in Brüssel nicht vor der zweiten Jahreshälfte 2011 erwartet wird. In absehbarer Zeit sind also keine Änderungen zu erwarten, und somit wird die Quälerei weitergehen.

 
Das Geesthachter Tierheim kann seine Aktionen und die Herausforderungen der kommenden Wochen und Monate nur durch ehrenamtliche Hilfe und vor allem durch Spenden bewältigen, zumal befürchtet wird, dass gerade in den Ferienwochen viele Tiere wieder ausgesetzt werden und diese dann im Heim ‚landen‘. Deshalb bittet der Verein alle tierliebenden Bürger um finanzielle Unterstützung in Form einer Spende. Weitere Informationen hierzu unter der Telefonnummer 04152–74311 des Tierheims Geesthacht und Umgebung.



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