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30-06-09

Premiere in Geesthacht: Übung in einem Altenheim

 


Souverän die Premiere geleitet: Geesthachts Gemeindewehrführer Sven Albrecht.Foto: Olaf Kührmann

Von Olaf Kührmann

 

Geesthacht - Wie schnell hätte es bitterer Ernst werden können...
Sonnabend, 14 Uhr, im Vitanas Senioren Centrum Edmundsthal: Vor dem Haus sitzen einige ältere Menschen, genießen den schönen Tag. Es ist friedlich, nur die Heerscharen von Insekten, die sich in der Luft tummeln, stören ein wenig. Plötzlich dringt Rauch aus dem Gebäude, das ein Café beherbergt. Wenig später der schrille Alarm der Brandmeldeanlage. »Altenheim brennt«, heißt es für die Freiwillige Feuerwehr Geesthacht. Und auch die Freiwillige Feuerwehr Grünhof-Tesperhude macht sich auf den Weg zu dem idyllisch gelegenen Gebäudekomplex an der Johannes-Ritter-Straße 100.


Von einem Balkon aus beobachten Geesthachts Polizeichef Henry Holst, der Kaufmännische Leiter des Vitanas Senioren Centrums, Jörg Menzel, Heiko Holler, der den Fachdienst Öffentliche Sicherheit im Geesthachter Rathaus leitet und weitere Helfer die Szene. Denn zum ersten Mal üben Geesthachter Rettungskräfte den Ernstfall in einem Altenheim der Stadt.


»Nein, nein«, sagt Henry Holst, vorgeschrieben sei solch eine Übung nicht. Aber auf Anregung des Vorsitzenden des DRK-Ortsvereins, Stephan Streubel und des Kaufmännischen Leiters des Senioren Centrums, hätten sich Deutsches Rotes Kreuz, Freiwillige Feuerwehr und Polizei zu dieser gemeinsamen Übung im Vitanas Senioren Centrum Edmundsthal entschlossen.


Erste Martinshörner sind zu hören. Die Anfahrt durch die Johannes-Ritter-Straße war auf Grund von Enge, Parksituation und Gegenverkehr sicher keine wirkliche Freude für die Fahrer der Einsatzfahrzeuge. Geesthachts Gemeindewehrführer Sven Albrecht, auch im Gedränge an seiner gelben Weste zu erkennen, leitet den Einsatz souverän und strahlt trotz der noch unklaren Situation Ruhe aus. Immerhin: Die Nebelmaschine auf dem Vordach des Senioren Centrums und eine zweite Maschine im Gebäude geben ihr Bestes, sodass die eintreffenden Kräfte durchaus von einem Brand ausgehen müssen.


Während die ersten Bewohner aus dem Gebäude gerettet werden, erkunden Feuerwehrmänner unter schwerem Atemschutz das Senioren Centrum. DRK-Helfer und Feuerwehrleute bringen Leitern und Tragen, ein »Geretteter« mit aufgemalter Wunde macht Spektakel.

 
Es sieht schon verdammt echt aus, wie sich die Mitglieder der DRK-Unfalldarstellung Hamburg-Altona, die Bewohner spielen, geben. Doch die Teams der Freiwilligen Feuerwehren - die Grünhofer Wehr leitet der stellvertretende Gemeindewehrführer Klaus Wieckhorst - sowie der DRK-Ortsvereine Geesthacht, Börnsen und Wentorf und der ebenfalls alarmierten Schnelleinsatzgruppe des Deutschen Roten Kreuzes aus Schwarzenbek arbeiten den Einsatz gekonnt ab. Immerhin 76 Bewohner gibt es gegenwärtig im Vitanas Senioren Centrum, insgesamt neun von ihnen müssen aus dem Gebäude gerettet werden. Dabei stellt sich heraus, dass eine Person einen (fiktiven) offenen Bruch hat, aber ansprechbar ist. Da sich dieser Bewohner im ersten Stock des Gebäudes befindet, muss er über die Drehleiter gerettet werden.


Nach 50 Minuten treffen sich die »Chefs« zur Auswertung: »Die Übung ist besser gelaufen, als ich gedacht habe«, sagt Henry Holst, der gemeinsam mit Kollegen die Funktion eines Schiedsrichters hatte. Auch die Verkehrssituation auf dem Gelände des Vitanas Senioren Centrums sei gut gewesen. Doch Heiko Holler von der Stadtverwaltung ergänzt: »Ausnahmsweise haben sich heute alle an das Parkverbot in den schmalen Zufahrtswegen gehalten. Oft ist das allerdings nicht der Fall. Die Übung hat gezeigt, dass die Rettungswege unbedingt freigehalten werden müssen«.


DRK-Bereitschaftsarzt Dr. Scherf, der die Verletzten begutachtet hatte: »Alle Bewohner sind gut versorgt worden«. Eine Aussage, die Jörg Menzel von Vitanas bestätigen konnte: »Das stimmt. Denn auf den Schreck haben wir Kaffee und Kuchen für unsere Bewohner spendiert«.



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