09-03-10
Längstes Anti-Atom-Transparent am AKW Krümmel
Geesthacht (gak) – Friedlich und in aller Ruhe wurde das längste Anti-Atom-Transparent an der Umzäunung des Atomkraftwerks (AKW) Krümmel bei strahlendem Sonnenschein angebracht. Die etwa achtzig Anwesenden waren gekommen, um zu helfen, eigene Transparente aufzuhängen oder das »Kunstwerk« am AKW Krümmel genau zu betrachten. Hier sollte ein Zeichen gesetzt werden, keine Demonstration. Entsprechend gering fiel auch die Präsenz der örtlichen Polizei aus, die mit einem Polizeiwagen nach dem Rechten schaute.
Der Initiator Jürgen Fahrenkrug: »Wir haben schon die Koalitionsverhandlungen in Berlin vor dem Reichstag belagert und bundesweit dazu aufgerufen Transparente zu malen.« Insgesamt 1,5 Kilometer sind es inzwischen geworden, die von Einzelpersonen und Gruppen gemalt wurden. Darunter reinste Kunstwerke des Protestes in Wort und Bild. Fortgesetzt wird diese Aktion in Biblis am 14. März, in Neckarwestheim am 21. März und in Brunsbüttel am 28. März. Bettina Boll von den Grünen: »Wir rufen alle auf, sich an der Menschenkette am 24. April zwischen Krümmel und Brunsbüttel zu beteiligen.« Symbolisch hatten Bettina Boll und andere Atomkraftgegner aus Papier Menschen gebastelt, die sie an einem Band zwischen Fotos des AKW Krümmel und Brunsbüttel befestigten. Die Großveranstaltung am 24. April erfolgt genau zwei Tage vor dem Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe und zwei Wochen vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen. Jürgen Fahrenkrug von »ausgestrahlt«: »Wir gehen davon aus, dass sich viele Tausende an der Menschenkette beteiligen werden.«
Bisher rufen unter anderem zu der Menschenkette und gegen Atomkraft auf: Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD, ASSE-II-Koordinationskreis, .ausgestrahlt, Bund für Umwelt- und Naturschutz – BUND, Bundesverband Erneuerbare Energie – BEE, Bündnis 90 / Die Grünen, Die Linke, IG Metall Bezirk Küste, IG Metall Unterelbe, Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges – IPPNW, Sozialdemokratische Partei Deutschland – SPD und der DGB Nord.
Interessant waren die Vielzahl der Transparente und deren unterschiedliche Herangehensweise an die Risiken der Strahlungsgefahr, der Störfallrisiken als auch der ungelösten Problematik der Endlagerung.
Der aufmerksame Beobachter entdeckte mehrere Transparente, die besonders auf die signifikante Strahlungsgefahr für Kinder im Zusammenhang mit Leukämieerkrankungen und die Abstandsabhängigkeit aufmerksam machten. Unter eben diesen Plakaten spielten im Schnee fröhlich einige Kinder.