07-07-09
Geesthacht sagt Tschüss
Von Olaf Kührmann
Geesthacht - »Sein Wort galt. Es war nicht immer mundgerecht, doch dass zeichnete ihn aus. Wer sich sein Freund nennen durfte, war reich«, sagte Pastor Gunnar Penning während der Trauerfeier für den kürzlich verstorbenen Geesthachter Bürgermeister am Sonnabend.
Kirchenglocken läuteten, als sich etwa 400 Verwandte, Freunde, Weggefährten, Mitarbeiter und Menschen, denen der Bürgermeister menschlich nahe stand, in und vor der Mensa der Oberstadtschule von Ingo Fokken verabschiedeten. Viele tröstende Worte für Brigitte Fokken, mit der der mit 50 Jahren plötzlich verstorbene Geesthachter Bürgermeister 22 Jahre verheiratet war.
Penning, der, wie nach ihm auch Geesthachts Bürgervorsteher Peter Groh, an die Leistungen Fokkens für die Stadt erinnerte: »Er war nie stromlinienförmig, immer bereit zu einem offenen Wort«.
Eingeleitet worden war die Trauerfeier mit einem Largo aus dem Concerto d-Moll von Antonio Vivaldi, vorgetragen von Gregor Bator am Klavier und Anna Preyss-Bator auf der Violine. Ihnen folgte der Männerchor der Geesthachter Liedertafel mit dem »Schifferlied« von Friedrich Silcher.
Ulrich Lorenz, Staatssekretär im Kieler Innenministerium: »Ingo Fokken war Bürgermeister mit Leib und Seele und hat der Stadt Geesthacht seinen Stempel aufgedrückt. Er war ein Bürgermeister mit hoher Fachkompetenz und großer Tatkraft. Doch auch seine menschliche Seite hat viel zum Erfolg seines Wirkens beigetragen«.
Im Kreise seiner Familie wird Ingo Fokken in der Nordsee beigesetzt.
Schon am Freitag tritt die Geesthachter Ratsversammlung zusammen, um einen Gemeindewahlleiter für die Neuwahl eines Bürgermeisters zu finden. »Es ist leider nicht möglich, aus Gründen der Pietät noch einige Zeit zu warten«, heißt es in einer entsprechenden Vorlage für die Abgeordneten. Die Begründung: »Die gesetzlichen Bestimmungen der Gemeindeordnung und des Gemeinde- und Kreiswahlgesetzes erfordern aufgrund der engen Fristsetzung eine sofortige Auseinandersetzung mit der Thematik«.