15-09-09
Ratsversammlung gegen Stilllegung des Atomkraftwerkes
Geesthacht (ok) - Mit 12 Ja- und 13 Neinstimmen lehnte die Geesthachter Ratsversammlung am Freitagabend einen Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen ab, »aus Sorge um die Sicherheit der Bevölkerung« eine Wiederinbetriebnahme des AKW Krümmel abzulehnen und den Betreiber des Atomkraftwerkes aufzufordern, den Reaktor nicht wieder anzufahren. Während CDU und FDP sich gegen den Antrag aussprachen, fehlten bei SPD, Grünen und Linken zusammen fünf Ratsmitglieder.
Vertreter von CDU und FDP argumentierten mit den Steuereinnahmen durch das Atomkraftwerk für die Stadt Geesthacht bzw. damit, dass es sich bei den Bränden der Transformatoren um Ereignisse der Kategorie 0 gehandelt habe. Letztlich müsse die Aufsichtsbehörde in Kiel über den Weiterbetrieb des Atomkraftwerkes entscheiden. Bettina Boll von den Grünen: »Dieses Thema überfordert uns alle.«
Während des Schlagabtausches der Fraktionsmitglieder zum Für und Wider der Kernkraft in Geesthacht applaudierten Atomkraftgegner in den Zuschauerreihen immer wieder. Bürgervorsteher Peter Groh, der die Zuschauer aufgefordert hatte, von Beifallsbekundungen abzusehen, drohte nach dem vierten Beifall damit, den Saal räumen zu lassen.
Schließlich stellte Ali Demirhan, Fraktionssprecher von Bündnis 90/Die Grünen, nach Absprache mit dem Bürgervorsteher einen Antrag, eine Einwohnerversammlung zum Thema Kernkraftwerk Krümmel einzuberufen. Diesem Antrag stimmten die Fraktionen einstimmig zu.