06-11-09
Fackelumzug am 9. November zum ehemaligen Grenzkontrollpunkt
Lauenburg (gak) – »Wir sollten nicht vergessen, was vor 20 Jahren passierte«, sagte Wolfgang Genczik (1. Stadtrat Lauenburg) bei der Vorstellung einer Sonderausstellung 20 Jahre nach der Grenzöffnung. Am 9. November wird um 17 Uhr die Sonderausstellung »Die Grenze ist auf« im ehemaligen E-Werk an der Palmschleuse eröffnet. Der Geschichtsvereins und der Stadtarchivar Dr. William Boehart haben viele Fotografien, Zeitdokumente und Aussagen von Zeitzeugen zusammengetragen.
Horst Eggert vom Geschichtsverein berichtet: »Wir werden unter anderem zwei Fluchten zeigen. Eine über die Elbe und eine auf der Stecknitz.«
Die Künstlerin Eva Ammermann präsentiert Fotografien von Gebäuden, Wachtürmen und Mahnmalen entlang der ehemaligen Grenze von Dömitz bis Lanze und zeigt auf, dass Veränderungsprozesse durchaus nicht überall stattgefunden haben. Außerdem sind Interviews von Zeitzeugen über Kopfhörer zu hören und eine Installation wird zu sehen sein. Diese zeigt 94 Piktogramme eines Soldaten, teils gespiegelt, die Eva Ammermann an einem Mahndenkmal »Für die Opfer der Unmenschlichkeit« in Rüterberg entdeckt hat.
Harald Jäschke (Bürgermeister Boizenburg) erinnert sich: »Der 9. November vor 20 Jahren ist der größte Tag in der deutschen Geschichte, den ich miterleben durfte.« Bei der Vernissage werden die Bürgermeister der Partnerstädte Lauenburg und Boizenburg Grußworte erbringen und Dr. Willliam Boehart einen Vortrag halten.
Um 19 Uhr wird sich unter Begleitung der Freiwilligen Feuerwehr Lauenburg ein Fackelzug auf den rund vier Kilometer langen Fußmarsch zum ehemaligen Grenzkrontrollpunkt Horst machen. Für den Rückweg ist eine Transportmöglichkeit mit dem Bus angedacht. Unbedingt beachtet werden sollte von den Festteilnehmern, dass es absolut keine Parkmöglichkeiten in der näheren Umgebung des ehemaligen Grenzkontrollpunktes Horst geben wird, die Fahrzeuge sind an der B5 bei Lauenburg zu parken.
Boizenburgs Bürger werden ebenfalls mit Fackeln aus der Gegenrichtung zum Grenzkontrollpunkt Horst kommen. Zuvor findet in Boizenburg in der Marienkirche um 18 Uhr ein Gedenkgottesdienst statt. Am Veranstaltungsgelände Horst werden auf einer Großbildleinwand Bilder und bewegende Kommentare von Zeitzeugen gezeigt.
Harald Heuer (Bürgermeister Lauenburg) und Harald Jäschke werden zu den Gästen sprechen. Es wird ein gemeinsames Erinnern an die schicksalsträchtigen Tage, das »Trabbi-Klopfen« und die überschäumende Freude über die offene Grenze geben. Nach der Veranstaltung kann die Sonderausstellung im ehemaligen E-Werk jeweils am 14., 15., 21. und 22. November von 11 bis 16 Uhr besucht werden.
In Boizenburg wird im Heimatmuseum eine Sonderausstellung mit Plakaten der damaligen Umbruchzeit zu sehen sein. Harald Jäschke formulierte den Wunsch nach einer großen Beteiligung der Bürger, ebenso wie vor 20 Jahren, um die gleiche feierliche Stimmung erneut zu erleben.