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17-07-12

Eigenwilliges Konzert

 


Die Musiker Frank Gratkowski, Florian Bergmann, Christian Weidner und Benjamin Weidekamp spielten zwar nicht an der Palmschleuse, wie angekündigt, dafür aber ersatzweise im historischen Umfeld des Künstlerhauses. Foto: Ute Dürkop

Lauenburg (ud) – Mit sichtlichem Bedauern machten etliche Besucher des im Rahmen der Veranstaltungen des Kultursommers am Kanal angekündigten Palmschleusenkonzertes kehrt. Ein Hinweisschild informierte vor der historischen Palmschleuse, dass aufgrund der Witterung das Konzert im überdachten Terrassenbereich des Künstlerhauses stattfinden würde. Drohende Wolken und Wind hatten das Proben in den Vormittagsstunden auf Booten im Wasser des Schleusenbeckens unmöglich gemacht. Veranstalter Bernhard Sdun vom Künstlerhausverein entschied sich kurzfristig für eine Verlegung ins Künstlerhaus. Etliche Besucher, die sich bei beständigem Wetter am Nachmittag auf den Genuss neuer Musik Open Air gefreut hatten, machten kehrt, entschieden sich gegen das Konzert oder richteten sich auf der Künstlerhausterrasse ein.

 
Die Musiker Florian Bergmann, Christian Weidner und Frank Gratkowski spielten gemeinsam mit dem diesjährigen Kompositionsstipendiaten Benjamin Weidenkamp. Ihre auf Klarinetten umgesetzten Vorstellungen von neuer Musik interpretierten sie sehr individuell nach Divertimentos von Wolfgang Amadeus Mozart. »Neue Musik ist zum einen für den Zuhörer nicht ganz einfach zu verstehen, fordert aber zum anderen von den Musikern die allergrößte Konzentration«, sagte Christian Stockfisch nach einem Blick auf die schwierigen Partituren, die mit Wäscheklammern auf dem Notenständer festgehalten wurden. Der Lauenburger Christian Stockfisch hat selbst schon in einem Orchester gespielt und weiß um die Schwierigkeiten von komplizierten Notenanordnungen. »Die entstandenen Töne erreichten zum Teil Frequenzen, die das Ohr nicht mehr schmerzfrei akzeptieren konnte, so dass ich mir zeitweise die Ohren zuhalten musste«, sagt der Musikliebhaber. Er räumt ein, dass derartige Musik nicht mal einfach so zwischendurch genossen werden kann. Man müsse sich viel Zeit nehmen und intensiv auf die Töne einlassen. Wie weitere Gäste aus dem Publikum vermisste er die im Programmheft angekündigten Musikstücke von Mozart, aus denen durch die Interpretation der Musiker mit jazzigem Unterton Klassiker gemacht werden sollten.



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