04-05-10
B 5 vom Europakreisel bis zur Bergstraße
30-Zone und Starenkasten
Lauenburg (ud) – Bürgermeister Harald Heuer ging in der Stadtvertretersitzung auf das vom Kieler Verkehrsminister Jost de Jager versprochene LKW-Durchfahrtsverbot für Lauenburg ein. »Es schien uns schon sehr mutig, innerhalb von sechs Wochen das Verbot anzukündigen«, kommentierte Heuer die schnelle Entscheidung aus Kiel, deren Frist Mitte April abgelaufen war.
Am 20. April hat es ein Abstimmungsgespräch mit Vertretern aus Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern in Breitenfelde geben. »Leider mit wenig Spielraum für Diskussionen«, bedauerte Heuer. Die Ansichten sind ziemlich gefestigt. Vertreter aus Niedersachsen haben Klage angekündigt, wenn es zu einer Sperrung der B 5 kommt, während die Vertreter aus Mecklenburg-Vorpommern nach anfänglichem Zögern ihr Einverständnis zu einer Sperrung ab Ludwigslust signalisiert haben. Der Bürgermeister verdeutlichte, dass Lauenburg fest zu der Forderung nach einem Durchfahrtsverbot steht: »Wir wollen keine Umleitung des Verkehrs und unsere Nachbarn verärgern, sondern dass die LKW die Autobahn nutzen.«
Sorge gibt es allerdings in der Frage, was mit dem Lauenburger Industriegebiet passiert, wenn die Sperrung, anders als geplant, durchgeführt wird. Wer weiter als 75 Kilometer fährt, darf nicht mehr durch Lauenburg und damit auch nicht ins Industriegebiet. Das darf bei Planungen nicht vergessen werden. Bislang ist noch keine gemeinsame Lösung in Sicht. Heuer hob aber hervor, dass der Ministerauftrag uneingeschränkt weiter gilt und von den zuständigen Stellen verfolgt wird.
Die Verwaltung hat sich Gedanken gemacht und als Zwischenlösung geplant, die B 5 vom Europa-Kreisel bis zur Bergstraße mit Tempo 30 zu belegen. Eine Blitzanlage soll dem städtischen Willen zur Geschwindigkeitsbegrenzung und Entschärfung des schweren Begegnungsverkehrs Nachdruck verleihen.
Die Ausführungen Heuers und die Versicherung von Markus Matthießen (CDU), der sich als Landtagsabgeordneter für Lauenburg eingesetzt hat und jetzt beschwichtigend verspricht, dass sich etwas in Kiel bewegt, genügen dem Fraktionsvorsitzenden der SPD nicht. »Ich glaube gar nichts mehr. Wir sollen verschaukelt werden«, befürchtet Bernd Dittmer.
Gescheitert ist die SPD mit der von den Grünen gestützten Resolution zur Forderung auf endgültige Abschaffung des Kernkraftwerks Krümmel. CDU und FDP stimmten nicht zu. Überstimmt wurden SPD und Grüne auch in ihrer Befürwortung der Resolution zum Landesentwicklungsplan. Während Stadtvertreter Dr. André Peylo (SPD) kein Verständnis dafür hat, dass der seinerzeit von Ralf Stegner (SPD) ausgearbeitete Entwurf, der von der Landesregierung beschlossen wurde, hinterfragt wird und durch die neue Planung Wildwuchs befürchtet, vertrat Markus Matthießen die Meinung des Kieler Innenministers Klaus Schlie (CDU). Danach soll die Region – ohne Benachteiligung der Städte – gemeinsam geplant und mehr Flexibilität auf Augenhöhe erreicht werden. »Wenn Lauenburg sich dem entzieht, verabschiedet sich die Stadt von der gemeinsamen Entwicklung im Bereich Tourismus, gewerblicher Nutzung und Wohnbebauung in Stadt und ländlichem Bereich.«