21-06-10
Unternehmer für eine Woche
Lauenburg (ud) – Am 11. Juni fand endlich ein Gespräch im Kieler Verkehrsministerium statt berichtete Bauamtsleiter Reinhard Nieberg. Eine große Lösung scheiterte allerdings an den Bedenken aus Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen. Die Vertreter dieser Bundesländer befürchten eine Verlagerung des Verkehrs auf ihre Straßen. Mecklenburg-Vorpommern wird auch keine Vorwegsweisung auf ihrem Gebiet dulden, während Niedersachsen auf der B 4 und der A 250 durchaus Hinweisschilder anbringen würde. Ebenso entschied auch Hamburg für die A 1 im Bereich Moorfeld und die A 10/B 5.
Die jetzt praktikable »Kleine Lösung« bedeutet ein Durchfahrtsverbot für Geesthacht und Lauenburg für LKW ab zwölf Tonnen. Be- und Entladeort müssen im Umkreis von 75 Kilometern liegen. Diese Regelung betrifft nicht die regionale Wirtschaft. Es müsse sichergestellt sein, dass etwa ein Unternehmer aus Lütau problemlos Ware nach Lüneburg transportieren kann, argumentiert Nieberg. Einen Termin, ab wann die aus Kiel georderten Schilder tatsächlich aufgestellt werden, kann der Bauamtsleiter noch nicht sagen.
Für Bürgeraktionsbündnis (BAB)-Koordinator Heinz Victor stellt sich die Frage, wie die sogenannte »Kleine Lösung« aussehen soll. Das BAB befürchtet, dass Durchfahrts-Verbotsschilder erst im Lauenburger Stadtgebiet aufgestellt werden. Damit wären die Lauenburger wieder die Dummen. Schwerlaster könnten dann die Ausweichstrecke über Hohnstorf oder Buchhorst nutzen. Victor befürchtet eine Art Schildbürgerstreich, wenn statt der B 5, dann die Hafenstraße und die Buchhorster Straße im LKW-Verkehr ersticken.
Das BAB appelliert eindringlich an alle Bürger, sich an der Demo am 24. Juni, die um 17 Uhr am Bahnhof startet, zu beteiligen. Es müsse ein Zeichen gesetzt werden, der Transitschwerlastverkehr gehört auf die Autobahn und nicht in Lauenburgs Straßen, so Victor.