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20-09-11

Schumacher legt überraschend Vorsitz nieder

 


Bei der Mitgliederversammlung herrschte noch große Einstimmigkeit, auch Wolfgang Schättgen (3.v.li.) gab dem neuen Vorstand seine Stimme. Foto: Susanne Nowacki

Bei der Mitgliederversammlung Ende August waren Regionalmanager Ralf Benno Brassat und der erste Vorsitzende der AktivRegion Sachsenwald-Elbe, Werner Schumacher, noch guter Dinge.

Schwarzenbek (no) - Ende August tagte die jährliche Mitgliederversammlung der AktivRegion Sachsenwald-Elbe, das höchste Gremium des eingetragenen Vereins (wir berichteten). Der alte Vorstand wurde damals einstimmig entlastet, der neue satzungsgemäß für die kommenden drei Jahre en bloc ebenfalls von allen anwesenden Mitgliedern gewählt. Kritische Stimmen gab es keine. Der bisherige Vorsitzende Werner Schumacher aus Krüzen bemerkte zum Schluss lapidar: »Der geschäftsführende Vorstand wird dann in der Vorstandssitzung am 14. September gewählt.«

So der Plan, aber es kam dann alles ganz anders – auch für Werner Schumacher. Nicht er wird bis 2014 die AktivRegion Sachsenwald-Elbe leiten, sondern René T. Steinhäuser, Vertreter der Wirtschafts- und Sozialpartner aus Wentorf. »Herr Schättgen aus Aumühle rief mich vor der Vorstandssitzung an und legte mir einen Verzicht auf meine Wiederwahl nahe«, so Werner Schumacher. »Ich sei kein junger Mann mehr und hätte jetzt auch mal Ruhe verdient – sehr fürsorglich.«

Aber Werner Schumacher, seit 40 Jahren Bürgermeister in Krüzen und langjähriger Vorrsteher des Amtes Lütau, dachte gar nicht daran, nicht wieder anzutreten, schließlich wollte er für die ARSE und die anstehenden Projekte seine guten Kontakte im Kreis und Land noch nutzen. Auch einen Wechsel von einem Vorsitzenden aus dem kommunalen Bereich zu einem WiSo-Partner war für Schumacher nicht zwingend, da die EU-Bürokratie bei der Mittelvergabe gute Kenntnisse in der öffentlichen Verwaltung voraussetzt.

Wolfgang Schättgen wandte sich vor der entscheidenden Vorstandssitzung mit einer E-Mail an alle Vorstandskollegen. Der stellvertretende Aumühler Bürgermeister Schättgen, für das Amt Hohe Elbgeest stellvertretendes ARSE-Vorstandsmitglied, betonte darin die Verdienste Schumachers in den zurückliegenden drei Jahren, »aber jetzt sei es Zeit für einen Wechsel«, so der fünfundsiebzigjährige Schumacher.

»Wegen dieser ganzen Querelen habe ich dann die Wahl des geschäftsführenden Vorstands in den nichtöffentlichen Teil der Vorstandssitzung gelegt und dort meinem Herzen Luft gemacht«, so Schumacher. Er fühle sich gemobbt und habe darum seine Konsequenzen gezogen. Unmittelbar nach seiner persönlichen Erklärung hat Schumacher die Sitzung verlassen und nicht mehr miterlebt, wie sein Nachfolger mit einem denkbar knappen Ergebnis gewählt wurde. Dem Vernehmen nach erhielt René T. Steinhäuser sieben Ja-Stimmen, sechs Nein-Stimmen und eine Enthaltung.

Wieder- gewählt wurde der erste Stellvertreter Jürgen Vogt-Zembol aus Reinbek, neuer zweiter Stellvertreter ist Helge Harms aus Schwarzenbek.
Steinhäuser kennt als Vorsitzender des Hamburg-Wentorfer Reitvereins die hohen Hürden in der Zuschussbürokratie der Aktivregionen genau. Er hat das erste große Projekt der AktivRegion Sachsenwald-Elbe realisiert und eine neue Voltigierhalle in Wentorf erbauen können.

Laut Schumacher hat Walter Heisch, Vorsteher des Amtes Hohe Elbgeest, in einem langen Brief sein Unverständnis und Bedauern über das Vorgehen Schättgens ausgedrückt. Ob die Kommunalpartner tatsächlich eine außerordentliche Mitgliederversammlung beantragen werden, wie Schumacher vermutet, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.



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