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20-04-10

Zweifel an Qualifikation Maurers und Nachhaltigkeit der Maßnahmen

Leerstandsmanagement zur Beratung an die Fraktionen gegeben


Heike Maurer fühlte sich persönlich angegriffen. Dr. Heiko Behrens stand ihr zur Seite. Für Grünenexperte Dr. Wolfgang Bethge (Mitte) ging es nicht um die Person Maurers, sondern um eine sachliche Diskussion über ein brisantes Lauenburger Thema. Foto: Ute Dürkop

Lauenburg (ud) – Für Bauamtsleiter Reinhard Nieberg bleibt die Belebung der Innenstadt weiterhin Chefsache. Er hält die von Heike Maurer mit finanzieller Unterstützung durch die Stadt Lauenburg und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises (WFL) für eine sinnvolle Maßnahme. Die Stadt könne ein entsprechendes Management, wie etwa das Führen von Einzelgesprächen mit den Grundstückseigentümern und Ähnliches in ihrem Tagesgeschäft nicht bewältigen. Es gäbe Vorgaben, wie jetzt verfahren werden soll. Bürgermeister Harald Heuer, Werner Hesse von der WFL und die Wirtschaftsvereinigung Lauenburg (WVL) als Geldgeber würden alle zwei Monate prüfen, was passiert und wie die Gelder (insgesamt 33.000 Euro) verwendet werden. Weitere 18.900 Euro seien für Onlineshop-Schulungen veranschlagt. Zur Erleichterung der Arbeit Maurers müsse die Festlegung der Auflagen im Einzelhandel für den Innenstadtbereich eventuell neu aufgestellt werden, überlegte Nieberg.

Zweifel meldete Dr. André Peylo (SPD), der Vorsitzende des Bauausschusses an. Ihm fehle der Glaube, dass die Pläne von Heike Maurer funktionieren können. Ähnlich sah es auch die Grünenfraktion. Der Grünen Bauexperte, Dr. Wolfgang Bethge sprach sich gegen eine finanzielle Förderung des Leerstandsmanagements von 33.220 Euro aus. Ohne die Person von Heike Maurer an sich infrage zu stellen, habe er doch erhebliche Zweifel an ihrer Qualifikation für diese Aufgabe. Darüber hinaus sei eine Bewirtschaftung aufgegebener Ladengeschäfte als isolierte Einzelmaßnahme völlig ungeeignet, um das ehemalige Stadtzentrum Lauenburgs zu revitalisieren. Bethge verwies in einer Pressemitteilung, die seine Fraktion inhaltlich voll bestätigte, auf die veralteten Geschäftsräume, die für eine gewerbliche Nutzung zu klein, zu schlecht erreichbar und zudem noch in einem Innenstadtbereich liegen würde, der in einem äußerst heruntergekommenen Zustand sei. Es gibt eine bestehende, parteiunabhängige Gruppe von acht Personen, die bereits ehrenamtlich ein großes Konzept für den Innenstadtbereich ausarbeiten würden, erinnerte Bethge.

Christian Stockfisch von der CDU äußerte ebenfalls Bedenken. Der Einzelhandel in der Stadt sei tot und auch Onlineshops würden kein Allheilmittel sein. Das geplante Programm sei auf Dauer nicht durchzuführen. Ein Städtebauprogramm wäre unerlässlich. »Ohne die Eigentümer gibt es keine Änderungen im Stadtkern.«

Auch der Fraktionsvorsitzende der SPD, Bernd Dittmer, meldete Zweifel an. Das Konzept sei eigentlich gut, aber mit den ständigen Kostensteigerungen käme er langsam nicht mehr mit.

Befürworter waren Dr. Heiko Behrens, ehemaliger Vorsitzender der Wirtschaftlichen Vereinigung der Stadt, und Peter Szymanski (FDP). Während Behrens auf die positiven Erfahrungen in Dannenberg verwies, sprach Szymanski von einem tollen Konzept, dem jetzt schnell die richtigen Schritte folgen müssten.

Die Fraktionen entschieden sich dafür, Heike Maurer einzuladen und am 10. Mai auf der nächsten Bauausschusssitzung erneut über das Leerstandsmanagement zu diskutieren.



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