27-07-10
Hochwasser 2006 endlich am Pegel sichtbar
Lauenburg (gak) – »Die Einheimischen mussten bislang immer stammeln, wenn die Touristen nach dem Hochwasser 2006 auf dem Pegel fragten«, berichtete Dr. Wolfgang Bethge. Erleichtert fügte er bei der Einweihung des neuen Pegels hinzu: »Jetzt brauchen wir es nicht mehr.«
In Zeiten leerer Kassen konnte die Stadt den Pegel nicht sanieren lassen und Karin Scherling (»Der Topf«) wollte die neue Kachel nicht an dem maroden Grundgerüst anbringen. 1996 war der Pegel von Karin und Siegmar Scherling angebracht worden. Damit die angegebenen Höhen auch mit der Realität möglichst genau übereinstimmten, war das Wasser- und Schifffahrtsamt um Hilfe gebeten worden. Durch Hochwasser und Fröste hatte der Pegel tiefe Risse bekommen und war recht unansehnlich geworden. Der Kulturverein Cumulth übernahm die Patenschaft und sammelte Spendengelder, sodass er grundsaniert werden konnte.
Das erforderliche Gerüst wurde von dem Unternehmen Mahnecke & Brüggemann aus Geesthacht gestellt, Malermeister Hoffmann sanierte die Fläche und Karin Scherling brachte die fehlende Kachel mit der Aufschrift »2006« in einer Höhe von 9,12 Metern an. Die sogenannte Jahrhundertflut im Spätsommer 2002 erreichte einen Pegelstand von »nur« 8,70 Metern.
Erfreulich und überraschend zugleich: Die Unternehmen verzichteten alle auf ihr Entgelt. »So konnten wir mithilfe des Bauamtes zusätzlich drei Bänke für die Elbuferpromenade bestellen, die in der 33. Kalenderwoche aufgestellt werden«, freute sich Dr. Bethge vom Vorstand des Kulturvereins Cumulth.
Etwa 30 Gäste nahmen an der Einweihung teil und staunten in Anbetracht der Höhe des Hochwassers von 2006. Nur mithilfe einer Leiter konnte man die Marke erreichen, Gedanken an eine erforderliche Hochwasserschutzmaßnahme für die Altstadt waren nicht zu vermeiden. Dr. Bethge bedankte sich bei allen Bürgern und Firmen für das freiwillige Engagement: »Der Pegel ist ein wichtiger Baustein der Lauenburger Altstadt und wir freuen uns, dass er jetzt wieder in alter Schönheit Auskunft über die Hochwasserstände gibt.«