29-12-09
Lanzer Mütter haben die Nase voll
Schulbus fährt über eine Stunde von Lütau nach Lanze
Lanze (ud) – Die Mütter der Lanzer Grundschulkinder wollen die langen Busfahrtzeiten ihrer Kinder nicht mehr länger hinnehmen. Der Grund für das Dilemma der Lanzer Kinder liegt in der Schulreform, die aus der Lütauer Grund- und Hauptschule eine reine Grundschule gemacht hat. Darüber hinaus wurde die Schließung der Schule in Gülzow angeordnet. Ab diesem Schuljahr werden Erstklässler nicht mehr in Gülzow eingeschult, sie gehen jetzt nach Lütau. Der Schulbus macht jetzt einen großen Schlenker, um auch die Kinder aus Gülzow zu berücksichtigen. Für die Lanzer Kindern bedeutet dieser Schlenker 18 Haltestellen und rund eine Stunde pro Fahrt. Selbst die Kleinen aus der ersten Klasse sitzen für drei Unterrichtsstunden zwei Stunden im Bus.
Um Abhilfe zu schaffen, wandten sich die Mütter an ihre Gemeindevertreter und sammelten Unterschriften für eine Resolution, die dem Landrat Gerd Krämer übergeben wurde. Gemeinsam mit dem stellvertretenden Bürgermeister der Gemeinde, Christian Höft, machten sich Petra Weber, Alexandra Stilze, Tanja Wollmer, Anja Neumann, Christiane Grimm und Nicole Ehrenberg auf den Weg nach Ratzeburg. Sie verdeutlichten, dass die Grenze der Zumutbarkeit für die Grundschulkinder weit überschritten sei. Neben der langen Fahrtzeit hätten die Busse häufig Verspätung oder würden zu früh abfahren. Busse seien nicht gekennzeichnet und immer wieder wechselnde ortsunkundige Fahrer erschwerten die Situation. Ohne Hilfe der Lehrer sei es gerade für die Grundschulkinder kaum möglich, in den richtigen Bus zu steigen, erläuterte Nicole Ehrenberg. Aus Verzweiflung hätten sich Eltern zusammengetan. Die Kinder nehmen den Bus der nach Basedow fährt. Von dort holen die Eltern dann die Kinder ab. Das sei aber auf Dauer keine Lösung. Der Landrat habe zugesichert, bis zum 31. Januar zu prüfen, ob die Vorhalte der Lanzer in Bezug auf Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit des Fahrplanes zutreffen. Sollte dies der Fall sein, wolle er mit der Autokraft klären, ob eine Fahrplankorrektur nötig ist und ob ein Vertragsbruch besteht.
Nicole Ehrenberg hat den Landrat darauf hingewiesen, dass eine Änderung des Fahrplans für die Lanzer Kinder keine Erleichterung bringen würde. Sie äußerte sich irritiert über die versteckte Andeutung des Landrates, man könne die Kinder ja auch nach Lauenburg schicken, dann wäre die Situation aus der Welt. Zwischen dem Schulverband gibt es finanzielle Vertragsvereinbarungen die nicht so einfach ausgehebelt werden können, weiß die engagierte Lanzerin.
Der Landrat habe auf die leeren Haushaltskassen des Kreises und Schwierigkeiten innerhalb des Schutzrechtes verweisen. Fahrzeiten von einer Stunde seien auch für Grundschulkinder zumutbar. Gerd Krämer schlug als eventuelle Auswegslösung den Einsatz des Gemeindebusses für die Schülerbeförderung ab und bis Basedow vor.
Dieser Vorschlag verblüffte besonders den Amtsvorsteher Werner Schumacher. Er habe den Landrat telefonisch über den Verwendungszweck des Busses, der für die Jugendfeuerwehr, für den Jugendmusikzug oder für Fahrten der Sportvereine und Senioren angeschafft wurde, hingewiesen. Dazu käme noch, so Schumacher, dass Schülertransporte unzulässige Fahrten im Nahverkehr bedeuten würden und ganz abgesehen davon, auch ein Busfahrer eingestellt und bezahlt werden müsste.
Werner Schumacher wird sich im Januar an die Lanzer Bürger wenden und versuchen, gemeinsam mit ihnen einen Lösungsweg zu finden.