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02-03-10

Mautpflicht – Durchfahrverbot nein

 


Dr. Bernhard Radomski erläuterte die Argumente vom Bürgeraktionsbündnis »Lauenburg reicht’s« für eine Sperrung der B 5 für Lastkraftwagen ab 7,5 Tonnen. Foto: Ute Dürkop

Lauenburg (ud) – Jetzt haben es die Lauenburger schwarz auf weiß. Die Verkehrszählung hat eine so deutliche Zunahme des Lkw-Verkehrs auf der B 5 bewiesen, dass von »autobahnähnlichen Verhältnissen« gesprochen wurde. Die Stadt hatte zu einem Informationsabend in den Saal des Mosaiks eingeladen, um das Ergebnis der im vergangenen Jahr durchgeführten Zählung öffentlich zu machen. Die Zahlen, die Christian Hoffmann vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr den rund 400 Anwesenden erläuterte, belegten eindeutig eine rund 50-prozentige Zunahme des LKW-Verkehrs, der sich durch die Lauenburger Innenstadt wälzt. Neben der Zählung wurden auch die Kennzeichen festgehalten, um die Herkunft der Lastkraftwagen zu klären.

Das Ergebnis kann jeder, der sich in Lauenburg aufhält, tagtäglich live verfolgen. Mindestens jeder vierte LKW kommt aus dem östlichen Ausland. Anwohner Martin Janssen berichtete von seinen Ermittlungen, nach denen alle 1,31 Minuten ein LKW durch Lauenburg fährt. Belegt wurde, dass besonders nachts in der verkehrsschwachen Zeit, vor allem ausländische LKW die B 5 nutzen. Verkehrskontrollen haben ergeben, dass einige der 40-Tonner kein Tempolimit schreckt. Sie befahren die B 5 mit über 100 km/h. Das Überqueren selbst der Fußgängerüberwege wird zu einem gefährlichen Balanceakt, weil man nicht mehr damit rechnen kann, dass jeder LKW auch bei roter Ampel hält.

Kurt Richter vom Kieler Verkehrsministerium bestätigte den Anwesenden, dass die Zunahmen des Verkehrs in Lauenburg für schleswig-holsteinische Verhältnisse sehr hoch seien. LKW-Verkehr in diesen Dimensionen gehöre auf die Autobahn, kommentierte er. Pläne für eine Ortsumgehung würden für Lauenburg in den nächsten fünfzehn Jahren nicht zu realisieren sein. Er bot als Geste des guten Willens an, die B 5 im Rahmen der geplanten Straßenerneuerungsmaßnahmen mit einem lärmoptimierten Asphalt zu versehen. Diese Maßnahme sei genehmigt. Nach dieser Äußerung schlugen die Wellen der Empörung hoch. Es gab Protestpfiffe aus dem Publikum. Mit sehr viel Geschick und Einfühlungsvermögen gelang Bauamtsleiter Reinhard Nieberg, die Anwesenden wieder zur Sachlichkeit zurückzubringen. Auch, als sich Richter entgegen den Wünschen und Forderungen der Lauenburger nach einem Durchfahrverbot für eine Bemautung der B 5 aussprach, konnte Nieberg schlichten. Richter argumentierte, dass durch die Mautpflicht an der B 4 gute Erfolge erzielt werden konnten und zeigte wenig Verständnis für die Forderung des Durchfahrtsverbotes.

Bürgervorsteher Andreas Lojek bekräftigte nachdrücklich Lauenburgs Wünsche und Forderungen. Er verwies auf die von der Politik verabschiedete Resolution, in der ein Durchfahrverbot für LKW ab 12,5 Tonnen gefordert wird. »Flüsterasphalt nutzt uns nicht viel, wenn die LKW vor unserer Haustür bleiben«, so Lojek. Er befürchtet, dass es nach Abschluss der Fehmarnbelt-Querung noch mehr LKW auf der B 5 geben wird. Eine Mautpflicht für die B 5 könnte zur Folge haben, dass noch mehr LKW die Bundesstraße als kürzeste Verbindung nach Hamburg nutzen. Der Bürgervorsteher appellierte an die Vertreter des Verkehrsministeriums. »Wir wollen, dass etwas passiert und fordern ein Durchfahrverbot für LKW ab 12,5 Tonnen und die Wiederaufnahme Lauenburgs in den vordringlichen Bedarf zur Realisierung einer Umgehungsstraße.«

Sehr souverän brachte Dr. Bernhard Radomski die Forderungen des Bürgeraktionsbündnisses (BAB) »Lauenburg reicht’s« vor. Er verwies darauf, dass nach Bewältigung der Krise der LKW-Verkehr mit dem Hamburger Hafen wieder zunehmen wird. Auch der für Lauenburg geplante Containerumschlagplatz bedeutet zwangsläufig mehr Lastkraftwagen auf der B 5. Besonders kleine Kinder seien extrem gefährdet, da sie den Abgasen schutzlos ausgeliefert sind. In Lauenburg habe man keine Verhältnisse wie an einer Autobahn, kommentierte er, denn dort gebe es unter anderem Lärmschutzzäune. Die Vertreter des Verkehrsministeriums versprachen, sich für die Lauenburger Bedürfnisse einzusetzen und die Stadtvertretung schnellstmöglich über den Ausgang der Resolution zu informieren.



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