25-08-09
Lauenburgs Handballer bewiesen: Keine Angst vor großen Bären
Lauenburg (gak) – Sicherlich ein sportliches Superlativ dieses Spiel der LSV gegen die Handballer aus Russland »Chehovskie Medvedi«. Die Bären aus Tschechow, diesen Namen tragen die Männer aus Russland zu Recht. Als sie die Sporthalle in der Hasenbergschule betreten geht ein Raunen durch die Ränge, diese Männer überragen alle Lauenburger Spieler fast um Haupteslänge. Ein Angstgegner? Keineswegs, die Handballer der LSV freuen sich auf das Spiel.
Voller Vorfreude auf ein spannendes Handballmatch sind auch die rund 250 Zuschauer, die nach und nach auf den Rängen Platz nehmen. Unter ihnen auch Lauenburgs Bürgermeister Harald Heuer und sein Stellvertreter Wolfgang Genczik. Harald Heuer: »Das muss man sich doch ansehen, es wird sicherlich ein interessantes Spiel.«
Nach dem Anpfiff ging es sofort zur Sache. Während die Zuschauer die russischen Spieler fast mit Ehrfurcht betrachteten, ließen die Spieler des LSV sich nicht beeindrucken. Sie zeigten Achtung, aber keinerlei Angst und spielten von Anbeginn gleichwertig mit. Natürlich warfen die um Klassen besseren russischen Spieler die ersten Tore, beeindruckend, wie diese Bären aufspielten.
Aber schon bald waren die 1. Herren nicht mehr zu halten und verkürzten immer wieder den Abstand. Mit Spielwitz und energischer Entschlossenheit gelang es ihnen immer wieder, Tore zu werfen. Besonders schnelle und mutige Spielzüge wurden von dem Publikum mit stürmischem Applaus bedacht.
Die erste Halbzeit endet mit 10:23 Toren für die Russen. Trotz der ungleichen Spielstärken wurde fair gespielt und gekämpft. Markus Reich, Abteilungsleiter der Sparte Handball bei der LSV und einer der Sponsoren, dazu: »An einen Sieg gegen diese Weltklassespieler war nie zu denken, aber unsere Jungs machen sich hervorragend.« Unter stürmischen Anfeuerungsrufen gelang es den Lauenburger Handballern die zweite Halbzeit mit 25:45 zu beenden.
Angesichts des Gegners eine wirklich beachtliche Leistung, die nicht unbedingt zu erwarten war. Torschützenkönig der LSV war an diesem Abend Mirco Kröppelin, der immer wieder mit blitzschnellem entschlossenen Handeln seine Würfe in unhaltbare Tore verwandeln konnte. Aber auch Michael Börger, Mark Neckel und Oke Hagen trafen je viermal in das gegnerische Tor. Bei den russischen Bären waren mit je sechs Toren die Spieler Sergej Yatsuk und Alexandre Chernoivanov führend. Kaum einer der eingesetzten russischen Spieler, der kein Tor erzielt hätte. Beeindruckend die freundschaftlichen Gesten unter den sportlichen Gegnern und die ruhige Gelassenheit, mit der die Russen spielten. Nachdem Mark Neckel unmittelbar vor dem Abpfiff des Spiels ein Tor erzielte, legten Torwart Oleg Grams und er sich kameradschaftlich die Arme um die Schulter und strahlten beide.
Das Resümee von Markus Reich: »Wir sind sehr zufrieden mit diesem Spiel. Die Atmosphäre war großartig und es war ein wirklich einmaliges Erlebnis für unsere Spieler.« Und für die Zuschauer natürlich, die jedoch auf eine Wiederholung, nicht zuletzt aus finanziellen Gründen, noch einige Jahre werden warten müssen. »Aber wer weiß …« lässt Markus Reich die Zukunft offen.