28-07-09
Fördersumme stellt Stadt vor fast unlösbare Aufgabe
Lauenburg (ud) – Förderspritzen in das finanzschwache Lauenburg sind Zuwendungen, die von der Stadt mit offenen Händen gern angenommen werden. Auf den ersten Blick hört sich die Fördersumme von 2,1 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II für energetische Maßnahmen am 266 Jahre alten Gebäude des Elbschifffahrtsmuseums, wie ein hochwillkommener warmer Regen an. Offensichtlich wurde in Kiel die Bedeutung des weit über die Grenzen von Stadt und Land hochgeschätzten Museums erkannt und demzufolge als »Leuchtturmprojekt« förderwürdig eingestuft.
Allerdings habe die Sache einen Haken, berichtete Bauamtsleiter Reinhard Nieberg der Lauenburger SPD-Fraktion anlässlich eines Besuchs im Elbschifffahrtsmuseum. Zwar habe Lauenburg Glück und müsse als finanzschwache Kommune statt 25 nur 12,5 Prozent als Eigenanteil verkraften. Es bleiben aber trotzdem von den 2,1 Millionen 262.500 Euro als Belastung für das leere Stadtsäckel. Da die Fördermittel zur Ankurbelung der Wirtschaft gedacht sind, sollen sie auch schnell unter die Handwerker gebracht werden.
Entsprechend sind Aufträge für Baumaßnahmen umgehend zu vergeben. Zu den Plänen gehören auch die Einbeziehung des von der Stadt gekauften Hauses am Kirchplatz 1 für die Erweiterung des Museums.
Bis zum Jahr 2011 muss alles fertig sein. Die Verwaltung arbeitete auf Hochtouren, um nach der Sommerpause der Politik Diskussionsmaterial vorlegen zu können. Zum Glück müsse man nicht ganz bei Null anfangen, sondern könne sich auf ein Gutachten von 1990, das noch unter dem ehemaligen Museumsleiter Werner Hinsch erstellt wurde, beziehen. In Bezug auf den Eigenanteil der Stadt sei es besonders schwierig, die Halteposition der Kommunalaufsicht zu knacken, so Nieberg. Fraktionsleiter Bernd Dittmer sicherte der Verwaltung die volle Unterstützung der SPD zu. Der SPD-Ortsverbandsvorsitzende Jens Meyer bemängelte, dass der Kreis den Daumen auf den Lauenburger Haushalt gelegt habe. Man müsse an den Kreis appellieren, kurzfristig mal beide Augen sowohl für die Baumaßnahmen fürs Museum als auch für die Gesamtschule zuzudrücken.
Wenn es dann tatsächlich zu Sanierungsmaßnahmen kommt, ergeben sich für Museumsleiter Joachim Kedziora Riesenprobleme. Das Museum ist vom Dachboden über jede Abstellkammer bis in die Kellerräume voller unwiederbringlicher Exponate. Eine Auslagerung wird zur logistischen Herausforderung. Auch eine Schließung des Museums während der Bauzeit kommt für den Museumschef nicht in Frage. Das wiederum ist für Bauamtsleiter Nieberg, für den ein reibungsloses Arbeiten der Handwerker an erster Stelle steht, noch ein Diskussionspunkt.