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27-07-10

BAB und Lauenburgs erster Stadtrat fordern Nachbesserung

 


BAB organisierte einen Umzug von der Marina zum Europa-Kreisel.Foto: Ute Dürkop

Lauenburg (ud) – Mit den Worten: »Operation gelungen; Patient tot«, kommentiert Heinz Victor vom »Bürger Aktionsbündnis – Lauenburg reicht’s« (BAB) sarkastisch die neue Situation, die sich nach dem Umzug des BAB von der Marina in die Oberstadt ergeben hat. Etwa 30 Mitstreiter zogen den mit Parolen und Umzugskartons beladenen Handwagen über Hafen-, Berliner und Hamburger Straße zum Europa-Kreisel. Sie wurden von Mitgliedern mit Demo-Plakaten begleitet. Mit dem laut gerufenen Slogan »Lärm und Gestank machen uns krank« machten sie auf sich aufmerksam. PKW-Fahrer, die mit offenen Scheiben im Stau hinter dem Umzug hertuckerten, zeigten viel Verständnis. »Ich würde auch auf die Straße gehen, wenn ich hier wohnen müsste«, sagte eine Autofahrerin aus Lüneburg. Auch Thomas Timm, Wirt des Bellevue, zeigte trotz Zeitnot viel Verständnis: »Das ist wichtig, dafür nehme ich gern Wartezeit auf mich.«
Der Knallpunkt kam aber, als fast zeitgleich bei der Stadt ein Schreiben des Verkehrsministers mit Details der vorgesehenen Beschilderung für die LKW-Durchfahrtssperrung eintraf. Lauenburgs erster Stadtrat, Wolfgang Genczik, als Vertreter des Bürgermeisters, zeigte wenig Verständnis für dieses sogenannte Endkonzept für die Sperrung der B 5. »Unserer Forderung, auch die Hafenstraße einzubeziehen, ist man leider nicht gefolgt«, bedauert er die Entscheidung des schleswig-holsteinischen Verkehrsministeriums. Die Sperrung beginnt westlich der Kanalbrücke Horster Damm. Die Hafenstraße wird als Ausweichstrecke für die gesperrte B 5 empfohlen. Für Betriebe des Lauenburger Industriegebiets bedeutet diese Regelung, dass sie die B 5 zwischen Lauenburg und Geesthacht nicht mehr nutzen dürfen und Umwege, entweder über die Hafenstraße Richtung Lüneburg oder über Boizenburg Richtung A 25 fahren müssen.
In Beschwerdebriefen hat Genczik sich sowohl an das Ministerium als auch an die Industrie- und Handelskammer Lübeck gewandt und die Lauenburger Industriebetriebe um Unterstützung gebeten.
Er ist sich sicher: »Nur gemeinsam werden wir noch Nachbesserungen am Sperrkonzept bewirken können. Ministerialdirigent Günter Meienberg aus dem Kieler Verkehrsministerium hat keinen konkreten Aufstellungstermin benannt, geht aber davon aus, dass im Herbst mit einer Realisierung gerechnet werden kann.
BAB-Koordinator Heinz Victor ist äußert skeptisch, was den Erfolg der Beschwerden betrifft. In einer dem BAB von Markus Matthießen (CDU Mitglied des Landtages) überlassenen Mitteilung des Verkehrsministers steht: »Der östlich von Lauenburg verlaufende Streckenabschnitt der B5 ist nicht nur Teil der Verkehrsverbindung von und nach Hamburg, sondern bildet angesichts der vorhandenen Elbquerung auch eine sehr bedeutsame Verkehrsachse zwischen der Region Lüneburg und den westlichen Teilen von Mecklenburg-Vorpommern. Unter Berücksichtigung dieser besonderen Verkehrsverhältnisse wurde nach eingehender Beratung bewusst der Knotenpunkt B5/B209 östlich von Lauenburg als der einzig geeignete Sperrpunkt festgelegt.«
»Damit ist der Tod der Hafenstraße beschlossene Sache«, so Victor.



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