20-02-09
Große Resonanz bei Elternvortrag zur Drogenberatung
Schwarzenbek (ag) – Normalerweise kennt man Beatrix Fischer-Kiefer eher in den sechsten und achten Klassen des Kreises, wo sie seit drei Jahren Präventionstage für Alkohol- und Drogenberatung leitet. Doch vergangenen Donnerstag im Forum des Gymnasiums waren nicht Kinder und Jugendliche die Gesprächspartner. Über 70 Eltern hörten beim Elternseminar »Konsum-Genuss-Sucht – Eine Annäherung an den Suchtbegriff«, das der Präventionsausschuss der Schule organisierte, von der Diplompädagogin Fischer-Kiefer einen Vortrag über die Fragen »Was ist Sucht?«, »Was gibt es für Drogen«, »Was verursacht eine Sucht«, sowie »Was suchen unsere Kinder« und »Wie kann man die Kinder schützen und Süchte früh erkennen?«
So kamen einige Eltern das erste Mal mit Begriffen wie »Crystal Meth« in Berührung oder erfuhren, welche Wirkungen die verschiedenen Rauschmittel haben. Auch wurde zwischen stofflichen Drogen und Verhaltenssüchten unterschieden. So kam das Thema schnell zum Schlankheitswahn in Werbung und Medien, der bei vielen Mädchen gerade in der Pubertät Essstörungen verursachen könne. »Die Pubertät ist eine schwierige Zeit, da fällt es als Mutter oder Vater oft schwer, mit dem Kind ein Gespräch anzufangen«, so Fischer-Kiefer. Und auch gerade, weil Jugendliche sich von den Eltern ein wenig abgrenzen wollen, könnten die Ursprünge für Süchte so schnell übersehen werden. Die Gründe für eine Suchtentwicklung sind vielseitig und hängen wesentlich von der Beschaffenheit des Umfeldes und des Charakters ab. Auf die Frage, was die Kinder suchen, fielen im Raum Wörter wie Abenteuer, Spaß, Erfolg oder Zuneigung. »Genau diese Dinge werden insbesondere bei der Alkoholwerbung im Fernsehen versprochen«, warnte Fischer-Kiefer. Die folgende Diskussion über den Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen eröffnete neue Fragen nach dem »ob« und »wann« Jugendliche Alkohol trinken dürfen.
»Ob man seinem Kind konsequent verbietet, Alkohol zu trinken oder ob man es erlaubt, ich kann das nicht bewerten. Es gibt keine Musterlösung«, so Fischer-Kiefer. Auch die Computersucht wurde angesprochen, bei der die Jugendlichen, meistens Jungen, mehrere Stunden am Tag vor dem PC oder der Spielekonsole sitzen. »Wenn Ihr Kind behauptet, nicht süchtig nach dem PC zu sein, testen Sie es! Am nächsten Tag ist der Computer einfach den ganzen Tag über Tabu. Die Reaktion des Kindes schafft dann Klarheit«, so Fischer-Kiefer. Der disskussionsreiche Abend war sicherlich für viele der Besucher äußerst informativ und so ist hoffentlich der übergroße Begriff der Sucht ein wenig greifbarer und klarer umrissen.