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11-12-09

Bürgermeisterkandidat Konstantin Winkler

 


Bürgermeisterkandidat Konstantin Winkler: selbstbewusst und bürgernah.Foto: Gabriele Kasdorff

Geesthacht (gak) – »Ich bin einer von Euch«, das möchte Konstantin Winkler in seinen politischen Statements als Botschaft verstanden wissen. Seine Vita: 1960 in Geesthacht geboren, Besuch der Buntenskampschule und 1979 Abitur im Otto-Hahn-Gymnasium. Während des Chemiestudiums in Hamburg von 1979 bis 1987 absolvierte er seinen Grundwehrdienst in Boostedt. Seit 1988 ist er als Busfahrer bei den Verkehrsbetrieben Hamburg-Holstein (VHH) tätig. In seiner Freizeit widmet er sich seiner 13-jährigen Tochter Julia, die ihn bereits auf etlichen seiner Motorradreisen begleitete und beteuert: »Ich habe meine Traumfrau bereits gefunden.« Motorräder sind seine zweite große Leidenschaft. Konstantin Winkler bereiste 35 Länder auf vier Kontinenten und fuhr 750.000 Kilometer mit seinen zum Teil antiquarischen Motorrädern. Als Autor des Buches »Faszination Motorrad« war er geradezu prädestiniert.


Bei der Vorstellung der Bürgermeisterkandidaten im Kleinen Theater Schillerstrasse (kTS) trat er erstaunt gelassen auf. Er betonte in Bezug auf die mannigfaltigen Aufgaben des Bürgermeisters als Verwaltungschef: »Lebenserfahrung und gesunder Menschenverstand sind hilfreich«. Konstantin Winkler und Dr. Volker Manow trennen ein Jahr an Lebenserfahrung. Die ständig präsente Dominanz seines Kontrahenten ließ ihn unbeeindruckt. Lächelnd schaute er in das Publikum und suchte die Blicke Einzelner. »Ganz nah am Bürger«, wollte er sein und: »Mit einem professionellen Team den Weg aus der Krise finden.«


Bei der Fragestunde antwortete er mit kurzen und eher vage gehaltenen Aussagen. So wolle er als Bürgermeister bezahlbaren Wohnraum schaffen und mehr Kindergartenplätze, zu der Frage der Finanzierbarkeit erfolgte keine Aussage. Die Beurteilung der tatsächlichen Finanzlage der Stadt Geesthacht nannte er schwierig, da unterschiedliche Zahlen in der Presse stünden. Der Besuch der Ratsversammlung bei der Haushaltsberatung hätte ihm sicherlich Aufschluss darüber gegeben.


»Ein Hallenbad steht ganz oben auf meiner Wunschliste«, berichtete er. Ob dies jedoch mit Sponsorengeldern und Zuschüssen aus den EU-Töpfen, wie er hoffte, möglich sein wird, bleibt mehr als fraglich. Dr. Manow äußerte bei der Frage eines Ratsmitglieds zur Flutung der Elbwiesen, dass er die Bedenken wohl verstanden hätte. Konstantin Winkler wollte dem nichts hinzufügen und riet: »Abwarten, mehr kann ich nicht sagen…«.


Die Frage eines Bürgers, wie er die Defizite aus der Nichtteilnahme an Gesprächen über Belange der Stadt wieder ausgleichen und die Mitarbeiter lenken wolle, beantwortete er mit einem Kalenderspruch: »Es ist keine Schande nichts zu wissen, wohl aber nichts lernen zu wollen.«


Die Bedenken bezüglich der Wiedereinschaltung des Atomkraftwerkes Krümmel hielt er für übertrieben. Da der Bürgermeister in dieser Frage nur wenig Möglichkeiten habe, wollte er »den Betreibern akribisch auf die Finger schauen.« Und outete sich als Befürworter der derzeitigen Situation: »Besser Strom aus sicheren deutschen Werken statt aus unsicheren osteuropäischen Werken.« Und weiter: »Ich bin dafür das es befristet weiterläuft, weil es keine andere Alternative gibt, werde jedoch mit Argusaugen darüber wachen.«
Dem demografischen Wandel wollte er entgegen wirken, indem er die Stadt für junge Familien attraktiver machen werde. Ein Junge fragte: »Werden Sie erneuerbare Energien unterstützen, damit Krümmel ausgeschaltet wird?« Konstantin Winkler antwortete: »Wir werden deine Gedanken aufnehmen, wenn das KKW abgeschaltet ist.« Verständlich, dass ein vollberufstätiger Busfahrer nicht die Möglichkeit hatte, sich umfassend zu informieren, dennoch schade, das die Aussagen teils vage und an der Oberfläche blieben. »Wir müssen sehen und prüfen …«, dass kam dem einen oder anderen Zuhörer zu oft in den Aussagen des Konstantin Winkler vor. Große Sachkenntnis zeigte er hingegen bei der Beschaffenheit des Straßennetzes und des öffentlichen Personennahverkehrs. Konstantin Winkler wirft seine Persönlichkeit und Bürgernähe in die Waagschale, statt klarer Konzepte die Zukunft der Stadt betreffend. Und um mit seinen Worten zu sprechen: »Dem ist nichts hinzuzufügen.«



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