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24-08-09

Straßenfest in der Reimerstwiete mit eigener Beflaggung

 


25 Anwohner verbrachten unter dem Carport von Peter Pien einen harmonischen Nachmittag und Abend.Foto: Dagmar Koschek

Geesthacht (dk) – Die Bewohner der Reimerstwiete in Geesthacht demonstrieren Nachbarschaft, wie sie sein sollte: Jedes Jahr im August findet ein gemütliches Straßenfest statt, zu dem alle Bewohner erscheinen, sofern sie nicht – wie jetzt in der Urlaubszeit – mit gutem Grund verhindert sind.
25 von 35 Anwohnern waren also in diesem Jahr erschienen. Trotzdem dieses Fest immer Mitte August stattfindet, haben Eltern schulpflichtiger Kinder kaum eine Wahl, wenn es auf Reisen gehen soll. Sämtliche Altersgruppen waren vertreten, auch die inzwischen erwachsenen Kinder der »Gründerväter«, die teilweise schon den eigenen Nachwuchs mitbrachten. Und egal ob bereits verzogen oder noch wohnhaft in der Reimers‧twiete: Alle kommen gerne zu dem jährlichen Sommerfest, und so war die lange Tafel, die im Carport des »Fahnenwarts« Peter Pien aufgestellt wurde, gut besetzt.


Doch selten bleibt es nachmittags bei einem Plausch bei Kaffee und Kuchen, häufig stellen Peter Pien und Werner Albe kurzweilige Spiele auf die Beine. In einem Jahr war es ein großes Mensch-ärgere-Dich-nicht-Spiel, wobei die Straße als Spielbrett und die Anwohner als Spielfiguren eingesetzt wurden. Gewürfelt wurde mit einem großen Schaumstoffball, was für viel Erheiterung sorgte. In einem anderen Jahr fand ein Seifenkistenrennen statt, zu dem allerdings die Bewohner der Nachbarstraßen eingeladen wurden, damit es auch ein »richtiges« Rennen wurde.


Viele Bilder dokumentieren diesen Spaß, Werne Albe hatte diese als Fotogalerie im Carport aufgehängt, was wiederum manche verschüttete Erinnerung ans Tageslicht brachte. Sogar eine Straßenzeitung, der »Twietenkieker«, mit Geschichten rund um die Reimerstwiete und ihre Anwohner, erschien drei Jahre lang in der Straße.


Doch was die Bewohner so besonders macht und von allen anderen unterscheidet, ist ein Fahnenmast, der in der Mitte der Straße, gut sichtbar für jeden Anwohner, auf dem Grundstück von Peter Pien (der damit wohl auch zum Fahnenwart avancierte) aufgestellt wurde. Zusammen mit einem Infokästchen, das Aufschluss gibt über den Anlass, ist Peter Pien als Fahnenwart verantwortlich für entsprechendes Flaggen. Wenn also ein Anwohner Geburtstag hat, muss früh am Morgen, bei Wind und Wetter, sommers wie winters, die straßeneigene Fahne gehisst werden. Das sorgt schon am Morgen für gute Laune, denn jedes Geburtstags»kind« schaut gleich nach dem Aufstehen aus dem Fenster und sieht die Fahne am Fahnenmast wehen, eigens für sie oder ihn.

 
Die Bewohner der Reimers‧twiete gehen freundlich mit einander um, hier bildeten sich auch aufgrund des nebeneinander wohnens Freundschaften – Nachbarschaftsstreit, wie so oft geschildert, gibt es hier nicht. Und so endet das jährliche Straßenfest spät am Abend, lange Stunden hatten die Anwohner die Gelegenheit, sich auszutauschen und den Blick nicht nur auf das naheliegende, nämlich das eigene Bett, sondern auch auf das nächste Jahr zu richten, wenn es wieder heißt, heute ist Straßenfest in der Reimerstwiete.



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