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01-10-09

Weltkindertag 2009: Fähnchenmeer gegen Kinderarmut

 


Fünftklässler aller Schwarzenbeker Schulen stecken 5.365 Fähnchen als Mahnmal gegen Kinderarmut im Kreis Herzogtum Lauenburg.

Schwarzenbek (no) – In Ratzeburg und Mölln wurden in den beiden vergangenen Jahren zum Weltkindertag am 20. September blaue Fähnchen gegen Kinderarmut im Kreis Herzogtum Lauenburg gesteckt. Dieses Jahr hat der Kinderschutzbund nach Schwarzenbek eingeladen, um an die 5.365 Kinder zu erinnern, die im Kreis von Hartz IV oder Restsozialhilfe leben. In den kommenden Jahren sind Lauenburg und Geesthacht Stationen des Fähnchenmeeres.

Die Kreisverbände des Deutschen Kinderschutzbundes, der Arbeiterwohlfahrt AWO und des Sozialverband Deutschland wollen mit dieser Aktion zum Weltkindertag auf die dramatische Situation der Kinderarmut mit ihren Facetten im Kreis Herzogtum Lauenburg aufmerksam machen.

Schwarzenbek mit 456 betroffenen Kindern, Geesthacht mit 1.072 Kindern, Lauenburg mit 603 Kindern und 558 Kinder in Ratzeburg sind gleichermaßen von dem Problem der Kinderarmut berührt, das aber nicht von den Kommunen allein gelöst werden könne, wie Hans-Joachim Delfs, CDU-Hauptausschussvorsitzender in Schwarzenbek im Anschluss an die offiziellen Veranstaltung betonte.

Schwarzenbeker Schüler hatten nicht nur die 5.365 blauen Fähnchen in den harten Boden gesteckt, was Schirmherr und Kreispräsident Meinhard Füllner zu der Bemerkung veranlasste: »Das ist gleichzusetzen mit dem harten Boden, den es auf allen Ebenen der Politik zu beackern gilt, wenn es um das gesamtgesellschaftliche Problem der Armutsbekämpfung geht.«

Es sei die wahre Herausforderung für die Bildungspolitik, dass die sozial schwächer gestellten Kinder und Jugendlichen gleiche Chancen erhalten. Schüler der Centa-Wulf-Schule hatten sich Gedanken gemacht, welche Nachteile arme Kinder im Alltag haben: »Schulabschluss fällt schwer, keine coolen Klamotten, arbeitslose Eltern, keine Klassenreise, kein Kino, wenige Freunde, Pfandflaschen sammeln.« Der Kreis Herzogtum Lauenburg stellt in einem Sozialfonds 50.000 Euro in 2009 bereit für Projekte, die Kinder in Armut unterstützen wie Hausaufgabenhilfe oder Schüler-Kunstprojekte. »Aktuell sind noch nicht alle Mittel ausgeschöpft, neue Projekte können noch aufgenommen werden«, berichtet Franz Albracht vom Kinderschutzbund.

Eine Aktion pro Jahr, ein Sozialfonds sind gute Ansätze, die aber das Grundproblem nicht lösen, meinte nicht nur Hans-Joachim Delfs. Schwarzenbeks Sozialausschuss-Vorsitzende Susanne Heyer-Borchelt (SPD) erklärte sich ebenso bereit zu einem runden Tisch im Kreis Herzogtum Lauenburg, parteiübergreifend und gemeinsam mit den Sozialverbänden, um Ideen zur Armutsbekämpfung zu bündeln. »Dann nehmen wir uns einen Bus und fahren zusammen zum Familienministerium, egal wer dann dort Minister oder Ministerin ist«, versprach CDU-Mann Delfs.

Franz Albracht vom Kinderschutzbund und Uwe Frensel, Vorsitzender der Lauenburger AWO, werden in den kommenden Wochen zum runden Tisch überparteilich einladen, um die von Armut betroffenen Kinder in die Mitte der Gesellschaft zurück zu holen. Wer ganz direkt etwas für arme Kinder in unserer Nähe tun möchte, kann sich unter www.kinderschutzbund-hzgt-lbg.de über Patenschaften informieren. Mit Projekt- oder Einzelpatenschaften werden Kinder gefördert, erhalten kostenloses Mittagessen oder Hausaufgabenbetreuung.



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