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07-08-09

Absolut gut in der Spur

 


Gerd Bröcker und Rainer Burghardt: Müssen uns im Kreis selber helfen.Foto: Olaf Kührmann

Ratzeburg (ok) - »Das, was im Kreis an Unternehmen vorhanden ist, wollen wir halten. Neue Unternehmen zu akquirieren ist in Zeiten der Finanzkrise schließlich sehr schwer«, sagen Rainer Burghardt, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg (KSK), und Gerd Bröcker, Vertriebsdirektor Firmenkunden der KSK, übereinstimmend. Und dabei – sind sich die beiden einig – liege »die Kreissparkasse als Hausbank des Mittelstandes absolut gut in der Spur.« Denn während große Mittelständler bei einigen Banken Probleme hätten, Kredite zu bekommen, habe die Kreissparkasse die Zusagen für gewerbliche Kredite für Unternehmen und Selbstständige gegenüber dem »Erfolgsjahr 2008« noch einmal um 30,1 Millionen Euro auf insgesamt 115,1 Millionen Euro erhöhen können.


Die bundesweit beschworene Kreditklemme gebe es also im Geschäftsbereich der Kreissparkasse für mittelständische Unternehmen nicht. Und das, obwohl die Kreissparkasse im vergangenen Jahr 12 Millionen Euro für die Verluste der vor allem politisch geführten HSH-Nordbank ausgeben musste.
»Wir finanzieren alles, was wir für machbar halten«, sagt Burghardt. Und weist dabei auf den »anderen Weg« hin, den die Kreissparkasse eingeschlagen habe: »Gegenwärtig lösen wir unsere Immobilienfonds auf, verlagern das Geld hin zur Finanzierung der Kreditgeschäfte.« Für bislang 80 der 7.400 Firmenkunden und Freiberufler im Bestand der Kreissparkasse ein großer Gewinn: »Wir führen sehr intensive Gespräche, um die Unternehmen in die Lage zu versetzen, bei beginnendem Aufschwung wieder durchzustarten«, sagt Burghardt. Bei diesen 80 der insgesamt 750 größeren Firmenkunden der Kreissparkasse hätten die wirtschaftlichen Einbrüche in den vergangenen Monaten 30 bis 40 Prozent betragen.


Vor diesem Hintergrund appelliere die Kreissparkasse an die Landesregierung in Kiel, die sich in besonderem Maße für die HSH-Nordbank eingesetzt habe, nicht weitere Millionen von der Kreissparkasse einzufordern, um die Landesbank am Leben zu erhalten.
Ein weiterer Appell gehe an den Bund: Das Sonderkreditprogramm des Bundes zur Stärkung der Liquidität von Unternehmen sei »zu kurz gesprungen«, sagt Burghardt.


In ganz Schleswig-Holstein hätten nur fünf Unternehmen dieses Programm nutzen wollen, die Anträge von drei Unternehmen seien abgelehnt worden. Burghardt: »Das Programm ist nicht wirklich hilfreich. Unternehmen müssen das Geld innerhalb von vier Jahren zurückzahlen, ohne das sie wissen können, wann es wieder bergauf geht.« Und auch Gerd Bröcker hält das Programm nicht für durchdacht: »Wenn Politiker entscheiden, sollten sie Fachleute dazuholen, die wissen, wovon sie reden.«


Die Kreissparkasse hingegen vergebe ihre Kredite langfristig, um die Unternehmen gerade auch beim Betriebsmittelbedarf in die Lage zu versetzen, den Aufschwung – so er denn um Deutschland oder gar Europa keinen Bogen macht – durchzustehen. »Da die Mittel der öffentlichen Hand nicht wirksam sind, müssen wir im Kreis uns selber helfen«, sagt der KSK-Vorstandsvorsitzende.
Bröcker: »Wir müssen davon überzeugt sein, dass das Programm des Unternehmens für die Zukunft steht. Ob das Produkt am Markt bestehen kann, ob die Mitarbeiter aus der Region kommen und ob es einen vernünftigen Kundenstamm gibt.


Dann finanzieren wir beispielsweise auch bauliche Investitionen mit einer Laufzeit von bis zu 20 Jahren.«


Insgesamt sei bei den Kunden der Kreissparkasse »keine Angst vor der Krise spürbar«, sagt Burghardt. Die Leute würden das Geld wohl etwas bewusster ausgeben, dem »Zwangssparen« fühle sich aber niemand verpflichtet. Bereits im ersten Halbjahr 2009 habe die Kreissparkasse bei Baufinanzierungen 50 Millionen Euro an Kreditzusagen gegeben. Im gesamten Jahr 2008 hätten diese Zusagen bei 30 Millionen Euro gelegen.


Auf die Frage, wie viel Geld sich die Landespolitik denn voraussichtlich noch bei der Kreissparkasse holen wolle, um es in der HSH-Nordbank zu versenken, sagte Burghardt: »Da habe ich überhaupt keine Vorstellung, dieses Thema ist eine Blackbox für uns.«



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