31-10-09
Honig als All-Heilmittel
Roseburg (gak) – Die Bienen der Imker überwintern im kuschelig warmen Bienenstock bei etwa 35 Grad, während wir der Kälte und den Erkältungen ausgesetzt sind. Aber dagegen gibt es ein Mittel, nämlich den Honig. Renate Frank, Oecotrophologin aus Roseburg, referiert über den Honig und seine Wirkweisen europaweit.
»Der Honig enthält Enzyme, die antibakteriell wirken«, erläutert sie. »Das Besondere daran ist, dass diese Enzyme auch gegen Bakterien wie Pseudomonas aeruginosa und Staphylococcus aureus, die resistent gegen Antibiotika sind, wirkt.« Daher wird Honig mit seiner antibakterielle Wirkung bei Erkrankungen des Hals-, Nasen- und Rachenbereiches sowie bei Magen-Darm-Erkrankungen eingesetzt. »Wenn der Honig über 40 Grad erhitzt wird, dann verliert er seine antibakterielle Wirkung«, erklärt Renate Frank. Kräutertee mit Honig gesüßt ist eine natürliche Arznei, allerdings darf der Honig erst zugefügt werden, wenn der Tee auf 30 bis 40 Grad abgekühlt ist. »Das ist die Temperatur, die auch im Bienenstock herrscht. Der Honig entfaltet so seine beste Wirkung«, lächelt sie. Die freien Radikalen, die bei diversen Erkrankungen und Stress das Immunsystem schwächen, können durch den Farbstoff im Honig unschädlich gemacht werden. »Vom Obst und Gemüse ist dieser Zusammenhang bekannt, Versuchsreihen haben ergeben, dass es mit dem Honig vergleichbar ist«, sagt die Oecotrophologin. Da die Farbstoffe nicht gegen Hitze empfindlich sind, können diese beispielweise zum Backen verwendet werden und wirken dennoch auf die freien Radikalen, hingegen nicht mehr antibakteriell.
Renate Frank erläutert den Unterschied der Honigsorten: »Je dunkler ein Honig ist, desto mehr Mineral- und Farbstoffe enthält er. Daher ist er gut für Herz-Kreislauf-Erkrankte und Menschen, die unter Mineralstoffmangel leiden. Helle enthalten hingegen viele Pollen und damit Eiweiße, die die Abwehr stärken.« Sogar für Diabetiker sind Mischblütenhonige in kleinen Mengen geeignet.
Beim Umgang mit dem Honig sollte dieser möglichst wenig dem Licht ausgesetzt werden und nach dem Verwenden in den Schrank, jedoch nicht in den Kühlschrank gestellt werden. »Am besten, wir verwenden den Honig der regionalen Imker, da sind die Inhaltsstoffe durch EU-Regelungen klar definiert«, rät sie. Bei Honigen aus anderen Erdteilen könnten zum Beispiel Medikamente für Bienen zulässig sein, die bei uns verboten. Und als kleinen Tipp rät die Oecotrophologin: »Täglich zwei Esslöffel Honig, das wirkt immunstärkend.«
Eine bessere Auswertung der Vitamine in der täglichen Portion Salat wird durch Zugabe von etwas Honig im Dressing bewirkt. Renate Frank, Buchautorin und europaweit anerkannte Koryphäe zum Thema Honig, nennt ihr Hausrezept für einen leckeren Anti-Grippe-Trunk: 200 ml Holunderbeersaft, 600 ml Wasser, 2 Gewürznelken, 1 Scheibe Ingwer und ¼ zerstoßene Zimtstange gemeinsam erhitzen, aber auf keinen Fall kochen und mit einem Esslöffel Honig süßen. Renate Frank empfiehlt: »Davon sollten sie bis zu fünf Tage lang, jeden Tag drei- bis viermal eine Tasse trinken und sie werden merken, wie schnell es ihnen wieder gut geht.«