24-08-09
Müllkippe Naturschutzgebiet
Lauenburg (gak) – Am Strand von Lauenburg, mitten im Naturschutzgebiet, türmt sich der Müll. Herrliches Wetter und Party am Strand. Nun liegen dort Essensreste, Plastikbestecke, Flaschen, Dosen und alles, was man für eine zünftige Strandparty braucht. Die morgendlichen Spaziergänger, weibliche Hundebesitzer der Altstadt, räumen den stinkenden Müll in Plastiksäcke. Der nächste Mülleimer steht am Rande des Naturschutzgebietes.
Die Stadt ist für den Müll, den es nach deren Meinung im Naturschutzgebiet nicht geben kann, nicht zuständig. Die Partygänger offenbar ebenso wenig wie die Angler, die in der angrenzenden Bucht ihre Kunststoffbehälter mit Angelködern achtlos in die Büsche geworfen haben. Susanna Anthöfer: »Das ist unglaublich, überall türmt sich der Müll und keiner fühlt sich zuständig. Hier müsste wieder ein Mülleimer her.«
Ein Passant mit Hund bedankt sich artig für die private Müllentsorgung. Der Ärger der Altstadtbewohner ist groß und Renate Kracht-Knuth meint empört: »Hier stehen ohnehin viel zu wenig Müllbehälter.« Vor Jahren gab es an diesem kleinen und einzigen Strand von Lauenburg eine Mülltonne, die auch benutzt wurde. Jedoch musste die Stadtreinigung die 70 Meter in den Wald zu Fuß gehen, um die Tonne zu leeren. Im Jubiläumsjahr sollte nun besonders auf die Sauberkeit geachtet werden, ist es doch das anerkannt größte Problem der Stadt und wenig attraktiv für die herbeigesehnten Touristenströme. Eine Bewohnerin der Altstadt meint dazu: »Statt mehr Müllbehälter stehen immer weniger am Elbuferweg. Eigentlich müsste an jeder Bank auch ein Mülleimer stehen. Kein Wunder, wenn die Leute den Müll einfach liegen lassen.« Ein anderer meint dazu: »Als ich bei der Stadt anrief wurde mir gesagt, dass es jedem Spaziergänger zuzumuten sei, den Müll bis zum nächsten Behälter zu tragen.« Die Empörung ist ebenso groß wie die Hilflosigkeit, denn kaum ist der Müll beseitigt, wird bei dem nächsten Sonnentag wieder alles aussehen wie immer. Zwischenzeitlich kommen die ersten Besucher des Morgens an den Strand. Renate Kock mit ihren beiden Enkelkindern Lena-Sophie und Lukas-Fabian. Sie ist schon früher mit ihren eigenen Kindern an den Strand gegangen und sagt: »Hier an der Quelle können die Kinder so wunderbar spielen, das lieben auch unsere Enkel.« Und weiter: »Das rücksichtslose Verhalten der Leute, die hier ihren Müll einfach liegen lassen ist für mich unverständlich.« Ein anderer Strandgast fordert Kontrollen durch die örtliche Polizei: »Dann müssen die mal saftige Strafen verteilen.« Die kleine Lena-Sophie rutscht auf den Schoß der Oma: »Ich habe Durst.« Und bekommt aus einem mitgebrachten Tetrapack Ananassaft eingeschenkt. »Wir nehmen alles wieder mit, was wir an den Strand gebracht haben. Das kennen unsere Kinder und Enkelkinder nicht anders«, berichtet Renate Kock kopfschüttelnd.
Bleibt zu hoffen, dass es bald eine Lösung gibt, und die Kleinen künftig immer unbeschwert an den Strand stürmen können, ohne sich vorher über Müllberge ihren Weg bahnen zu müssen.