abstandshalter abstandshalter Kurt Viebranz Verlag - gut aufgelegt seit 1961
abstandshalter
Kopfgrafik eins abstandshalter Kopfgrafik zwei abstandshalter Kopfgrafik drei
abstandshalter
abstandshalter
15-08-09

Sicherheit ist oberstes Gebot

 


Jörg Thomas kontrolliert mit erstem Blick die sichere Ausfahrt des Schiffes.Foto: Gabriele Kasdorff

Geesthacht (gak) – Spannend ist schon der Zugang zum Leitstand des Schleusenwärters Jörg Thomas in der Schleuse Geesthacht. Aus 12,4 Metern Höhe schaut man durch ein Gitterrost hinab in die Tiefe der Kammer. Ein einmaliger Blick, bei dem Schwindelfreiheit geboten ist. Zuvorkommend zeigt Jörg Thomas seinen Arbeitsplatz. Hier scheint es beim ersten Anblick von Monitoren und blinkenden Knöpfen nur so zu wimmeln.

Im Schichtdienst arbeiten hier sechs Mann und halten sowohl Schleuse als auch Wehr 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr, besetzt. Jörg Thomas feiert im nächsten Jahr sein 30-jähriges Dienstjubiläum in Geesthacht: »Vieles ist reine Routine«, erzählt er und es wird deutlich, dass es ihm dennoch Freude bereitet, diesen verantwortungsvollen Job zu machen. »Für diesen Job braucht man Durchsetzungsvermögen, Selbstvertrauen und Rückgrat, sonst wird man von den Schiffern untergebuttert«, schmunzelt er und nimmt per Funk eine Anfrage eines Binnenschiffers aus den Niederlanden zur Schleusung entgegen. »Die Containerschiffe waren eine Zeit lang etwas zurückgegangen, aber nun verzeichnen wir wieder steigende Zahlen. Die internationalen Schiffe werden auch immer mehr«, weiß er zu berichten. Täglich werden in der Schleuse Geesthacht 60 bis 80 Schiffe geschleust, das sind Binnenschiffe, Sportboote und natürlich auch die beliebten Fahrgastschiffe.

Die beiden großen Kammern, eine ist derzeit nur in Betrieb wegen Renovierungsarbeiten, haben eine Länge von 230 Metern. Der Stoßschutz in Form eines Fangseils verhindert die mögliche Beschädigung der Schleusentore und verkürzt die Länge um 14 Meter. Jörg Thomas erklärt: »Seinerzeit sind die Kammern wegen der langen Schleppverbände so groß gebaut worden, heute kommt es uns zugute und wir können vier 80-Meter-Schiffe oder sechs kleinere Binnenschiffe bei einem Schleusengang abfertigen.« Das verkürzt die Wartezeiten der Schiffer, denn auch hier ist Zeit Geld. Die Schleusung ist kostenfrei, da es sich um eine Bundeswasserstraße handelt, anders als bei den Kanälen. »Früher konnten wir noch öfter mal einen Klönschnack mit den Schiffern halten, das ist jetzt weniger geworden, weil wir in der Regel alleine auf dem Steuerstand sind und natürlich jederzeit auf die Sicherheit achten müssen«, erläutert Jörg Thomas. Dennoch erkennt er schon aus weiter Ferne, um welches Schiff es sich handelt, denn hier gibt es fast so etwas wie einen Linienverkehr. »Da kenne ich die Schiffe und die Besatzung natürlich«, sagt er und wirft einen Blick auf den Monitor. Vom Stöver Sand bis zum Wehr, die Ein- und Ausfahrten und der Hafen von Geesthacht, alles hat er im Blick. Mit schwenkbaren Kameras und Zooms behält Jörg Thomas über seinen großen Arbeitsbereich den Überblick.


Nach den Missgeschicken der Schiffer befragt, berichtet er lächelnd: »Tja, da hängt sich schon ab und an mal ein Schiffer auf, weil er den Tampen zu festgezogen hat und dann ist plötzlich kein Wasser mehr unter dem Kiel.« Meist sieht er das und lässt dann wieder etwas Wasser in die Kammer. Aber es ist auch schon vorgekommen, dass er mithilfe eines Beils den Tampen durchtrennen musste. »Dann fiel das Boot zurück ins Wasser und der Schiffer bekam einen dunkelroten Kopf. Das ist natürlich extrem peinlich, kommt aber immer mal wieder vor«, weiß Jörg Thomas zu erzählen. Unglücksfälle am Wehr oder an der Schleuse sind glücklicherweise schon sehr lange her. Alkohol am Steuer und derartige Delikte ebenso.

»Was uns besonders freut«, berichtet er und zeigt in die Tiefe der Schleusenkammer, »wir haben hier wieder Muscheln und Krabben.« Die Elbe ist in den letzten 20 Jahren deutlich sauberer geworden. »Schüler führen wir auch gelegentlich durch die Schleuse, das muss dann aber bei unserem Dienstherren, dem Wasser- und Schifffahrtsamt in Lauenburg, beantragt werden«, sagt er und wendet sich der Einweisung eines Sportbootes zu: »Machen Sie an Backbord fest und nicht so nah an die Schleusentore, da ist zuviel Strömung«. Der Bootsmann dankt es mit einem freundlichen Winken nach oben.



abstandshalter

RSS FEED

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit dem Viebranz RSS Feed.

abstandshalter