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07-03-09

Schwarzenbek: eine »wertvolle« Stadt

 


Bürgermeister Frank Ruppert kann sich freuen: Schwarzenbeks Bilanzzahlen können sich sehen lassen.Foto: Christian Weidner

Schwarzenbek (cw) - »Transparenz«: ein vielfach strapazierter Begriff und von öffentlichen Kassen immer häufiger eingefordert. Als erste im Kreis geht die Stadt Schwarzenbek in Sachen Transparenz voran, die jetzt erstmals eine Eröffnungsbilanz für das Jahr 2007 vorstellte. »Doppisches Haushalts- und Rechnungswesen«, kurz Doppik, heißt die neue Form der Bilanzierung für Gemeinden. Doppik, die doppelte Buchführung in Konten, soll bis 2012 bundesweit das bisherige Bilanzierungsverfahren der alten Kameralistik ablösen. In anderen Bundesländern, wie beispielsweise Nordrhein-Westfalen, ist die Doppik bereits nahezu flächendeckend verbreitet, Schleswig-Holstein hinkt aber noch ein wenig hinterher: Landesweit wenden erst Brunsbüttel, Elmshorn, Grömitz, Oststeinbek und Trittau die neue Form der Buchführung an. Im Kreis ist die Stadt Schwarzenbek somit Vorreiter. Was kompliziert klingt, orientiert sich an der Privatwirtschaft: Unternehmen müssen in ihrer Bilanz auch den Wert ihres Vermögens beziffern und nicht nur Ein- und Ausnahmen aufführen. Grund für die Bilanzierungsänderung ist laut Innenministerkonferenz die Notwendigkeit, auf die besonderen Bedingungen der Kommunalpolitik einzugehen und beispielsweise nicht zu Lasten folgender Generationen zu wirtschaften. Eine Eröffnungsbilanz nach Doppik ermöglicht nun die Werterfassung von Gebäuden wie Schulen, Sportstätten und Kindergärten oder Infrastrukturvermögen wie Straßen, Wege, Freiflächen und Parkplätze. Aber auch Finanzanlagen wie Beteiligungen, Darlehen, Pensionsrückstellungen und Sondervermögen werden künftig erfasst. Damit kann man ersehen, wie »wertvoll« eine Stadt ist und wie ihre Eigenkapitalquote aussieht.
Und dabei kann sich die Stadt Schwarzenbek durchaus sehen lassen: Sie verfügt über eine Eigenkapitalquote von knapp 44 Prozent, was im bundesweiten Vergleich recht hoch ist. Konkret sind dies knapp 29 Millionen Euro. Das heißt, dies wäre der hypothetische Wert, wenn die Stadt alles verkaufen und ihre Schulden tilgen würde. Daher macht sich Bürgermeister Frank Ruppert auch keine allzu ernsten Sorgen um knapp 20 Millionen Euro Schulden der Stadt. »Unsere Finanzsituation ist sehr solide, der Neuverschuldung von zehn Millionen für das Gymnasium Schwarzenbek steht ja ein Wertzuwachs entgegen, was man durch die Bilanzierung nun erfreulicherweise abbilden kann«, so der Verwaltungschef. »Wir haben zudem recht konservativ bewertet«, so Ruppert weiter und geht davon aus, dass die die Bilanz noch zu prüfende Kommunalaufsicht der Eröffnungsbilanz zustimmen wird. Die Kommunalaufsicht gewährleistet nämlich, dass Städte ihr Vermögen nicht willkürlich bewerten, sondern im Rahmen eines vorgegebenen, Verfahrens berechnen. Andere Städte im Kreis werden nicht so gut abschneiden wie Schwarzenbek. Aber das wird man spätestens im Jahr 2012 erfahren, wenn die Doppik flächendeckend gilt.



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