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31-10-09

Mit dem Bus bis in das Rathaus?

 


Das Ohr am Handy: Konstantin Winkler will ein Bürgermeister für die Bürger werden.Foto: Olaf Kührmann

Von Olaf Kührmann

 

Geesthacht – In Geesthacht herrscht bislang der Gähn-Wahlkampf. Denn nach dem Tod von Bürgermeister Ingo Fokken soll am 13. Dezember ein neuer Verwaltungschef gewählt werden. Bisher war die Zahl der Bewerber mehr als übersichtlich.


»Ich werde den Hut in den Ring werfen«, hatte Dr. Volker ‧Manow, Erster Stadtrat in Geesthacht, nur wenige Tage nach dem Tod Fokkens zum Geesthachter Anzeiger/Wochenend- Anzeiger gesagt. Lange war‧ ‧Manow der einzige Kandidat geblieben. Vor einigen Wochen hatte sich mit Thomas Wüppesahl ein zweiter Bewerber zu Wort gemeldet. Doch das ist inzwischen Geschichte.


»Nur ein Kandidat, der abgenickt werden soll. Das sind doch fast DDR-Verhältnisse«, sagt Busfahrer und Buchautor Konstantin Winkler. Und da er politisch interessiert sei, habe er sich als gebürtiger Geesthachter entschlossen, zur Bürgermeisterwahl am 13. Dezember anzutreten. Die 155 Unterstützerunterschriften habe er zusammen.


Am heutigen Freitag entscheidet der Gemeindewahlausschuss in Geesthacht über die »Zulassung der Wahlvorschläge.«


Er wolle die Lebensqualität in der Stadt erhalten und verbessern, sagt Winkler, der seit 21 Jahren als Busfahrer bei den Verkehrsbetrieben Hamburg-Holstein arbeitet. Winkler: »Die Stadt braucht zufriedene Bürger, die mit nur wenig Widerwillen Steuern zahlen. Und darum werde ich mich gegen Steuerverschwendung einsetzen, wie ich sie im Zusammenhang mit den Planungen für einen Umbau der Bergedorfer Straße sehe. Den Parteien hat dort einfach der Mut gefehlt, etwas Neues auf den Weg zu bringen.«
Statt Steuergelder beispielsweise für die Sanierung des Geländes der Firma Oesterreich zu verwenden, wolle er sich für den Bau eines Hallenbades in Geesthacht einsetzen. Eine gute Haushaltslage und günstige Steuersätze für Gewerbe seien eine gute Voraussetzung, derartige Wünsche zu erfüllen.
Unter dem Motto »Ich bin einer von euch« wolle er sich dafür einsetzen, weitere finanzielle Belastungen der Bürger zu vermeiden. Das gelte auch für den guten öffentlichen Personennahverkehr in der Stadt. Winkler: »Für eine Stadtgebietskarte zahlen die Bürger 1,20 Euro, in Lauenburg sind es 1,65 Euro.«


Die Geesthachter Innenstadt und die Bundesstraße 5 würde er vom Transitgüterverkehr befreien: »Ein Durchfahrverbot für Lastwagen, die nicht in die Stadt wollen, wäre ein großer Gewinn für die Stadt.«
Herangetragen sei an ihn bereits der Wunsch nach einer besseren Breitbandversorgung für Grünhof-Tesperhude und die Gewerbegebiete: »Diese Defizite für ein schnelleres Internet müssen schnell behoben werden.«
Die Geschehnisse um das Kernkraftwerk Krümmel wolle er aufmerksam beobachten, sagt Winkler und weiß auch: »Dem Bürgermeister sind hier mangels Zuständigkeit die Hände gebunden.«


»Vieles geht an der Stadtverwaltung vorbei«, sagt Winkler. Und denkt dabei an den rüpelhaften Umgangston manches Verwaltungsmitarbeiters. Er selber habe dies bei einer Beschwerde im Zusammenhang mit Baumaßnahmen im Forstweg/Vollrathsweg erfahren. Unter seiner Führung solle im Rathaus künftig mehr Augenmerk auf die Anliegen der Bürger gerichtet werden.
Alte Motorräder in »artgerechter Haltung« – also nicht im Museum, sondern auf der Straße – seien seine Leidenschaft, sagt der 49-jährige ledige Vater einer Tochter. Etwa 40 Motorräder aus den Jahren 1903 bis 1991 hat er gemeinsam mit seinem Vater gesammelt, 35 Länder auf vier Kontinenten mit einigen der Maschinen befahren. Die »Liebenswürdigkeit« und »Lebensqualität« in zahlreichen Ländern habe er so erfahren, die Hinterlassenschaften von Krieg und Zerstörung in Slowenien und Kroatien erlebt.
Wer Fragen an Konstantin ‧Winkler hat, kann ihn von sofort an täglich von 20 bis 21 Uhr ‧unter der Handynummer 0176-
35 48 58 37 erreichen. Am morgigen Sonnabend will Winkler beim Tag der offenen Tür in der Moschee zum ersten Mal als ‧Bürgermeisterkandidat öffentlich in Erscheinung treten.



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