12-02-09
Run auf die Brötchen
In der großen Pause um zehn vor elf herrscht seit einigen Wochen großes Gedränge in den Fluren der Aumühler Schule: Hungrige Kinder und Lehrer stehen Schlange und warten ungeduldig, bis sie dran sind. Seit Anfang Januar gibt es in der großen Pause leckere belegte Brötchen zu kaufen. Wie gut die Idee ist, zeigt sich, denn wer nicht schnell genug ist, bekommt nichts mehr ab.
»Die 80 halben Brötchen sind immer in zehn Minuten ausverkauft«, freut sich Cornelia Kuhlmann, engagierte Mutter einer Realschülerin an der Fürstin-Ann-Mari-von-Bismarck-Schule, die das Projekt ins Leben gerufen hat. Weil es an der Schule bisher außer trockenen Brötchen nichts zu kaufen gab, wollte sie für ein gesundes zweites Frühstück sorgen. Schnell konnte sie andere Eltern von ihrer Idee überzeugen und ein Team von zurzeit zwölf Müttern aus Grund- und Realschule für die Brötchenaktion zusammenstellen. Die Mütter sind jeweils alle 14 Tage für anderthalb Stunden im Einsatz. Unterstützt werden sie von Anett Böhme, die als Ein-Euro-Kraft in der Schule mitarbeitet. Gemeinsam werden in der Schulküche die Brötchen belegt. Erfahrung hat Cornelia Kuhlmann in Wentorf gesammelt, wo sie die neue Schulcaféteria vor einigen Jahren betreut hat.
»Fleischsalat ist der Renner«, erzählt Alexandra Olejniczak, eine der »Brötchenmütter«, die gemeinsam mit Gabi Kretzschmar alle Hände voll zu tun hatte. 80 halbe Brötchen, belegt mit Fleischsalat, Salami oder Käse, garniert mit Salat und Gurke sind jeden Tag innerhalb von Minuten ausverkauft. Die Brötchen werden zum Selbstkostenpreis von 50 Cent angeboten, dazu gibt es jetzt auch Getränke.
Aber nicht nur die Schüler nutzen das neue Angebot gerne, auch die Lehrer und die Sekretärin gehören zu den Brötchenkäufern. Die Gemeinde als Schulträger hat einen Kühlschrank angeschafft, in dem die Mütter in der Schulküche die Zutaten aufbewahren, außerdem Verkaufstische und mobile Boxen, in denen die Brötchen angerichtet werden. Wer sich über das Projekt informieren oder mithelfen möchte, erreicht Cornelia Kuhlmann unter der Telefonnummer: 040–722 77 27.