12-02-09
Dr. Michael Epkenhans folgt dem Ruf nach Potsdam
Die Otto-von-Bismarck-Stiftung im ehemaligen Bahnhof in Friedrichsruh ist das »Kind« des Historikers Dr. Michael Epkenhans, zwölf Jahre lang Geschäftsführer der renommierten Bundesstiftung. Ohne ihn wäre die Stiftung nicht zu dem geworden, was sie heute ist: Forschungsstätte der Wissenschaftler und zugleich Bildungsstätte für moderne, historische Bildung.
Im Februar übernimmt Epkenhans die Leitung der Abteilung Forschung im Militärgeschichtlichen Forschungsamt der Bundeswehr in Potsdam. Mit einem Team von 35 Historikern wird er dort dafür verantwortlich sein, die Geschichte der Bundeswehr im Einsatz seit 1993 aufzuarbeiten. »Potsdam ist eine Nummer größer als Friedrichsruh«, so Epkenhans. »Ich habe hier viele Freunde gefunden«, erklärte er bei einem Gespräch, zu dem er Aumühles Bürgermeister Dieter Giese und Michael von Schmude, Vorsitzender des Fördervereins der Stiftung, eingeladen hatte. Epkenhans nahm die Runde zum Anlass, um den beiden Herren für die gute Zusammenarbeit zu danken.
»Wir haben eine Menge geschafft hier in Friedrichsruh«, freut sich der Historiker. Als er 1996 die Geschäftsführung der Stiftung übernahm, waren die Wissenschaftler noch im Marstall untergebracht. Der völlig marode Bahnhof war drei Jahre zuvor gekauft und die Stiftung im November 1994 – damals noch als nicht-öffentliche Stiftung – gegründet worden.
»Ich war damals Mädchen für alles«, erinnert er sich gerne. Für den Historiker war es eine ideale Aufgabe, konnte er doch sowohl inhaltliche Akzente setzen, sein Team selbst zusammenstellen und das Gebäude im Wesentlichen so gestalten, wie er es wollte. »Es gab immer wieder vernünftige Entscheidungsprozesse, die durch die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde problemlos waren«, dankte er Bürgermeister Dieter Giese. Und auch mit den umliegenden Gemeinden wie Wohltorf und Reinbek war die Zusammenarbeit immer gut.
Epkenhans und sein Team haben sich in Friedrichsruh eine kleine Enklave geschaffen, in der sich die Historiker mit Otto von Bismarck und seiner Rolle als Politiker intensiv auseinandersetzen. Und diese Enklave ist inzwischen national und international bekannt. »Wir sind das Flaggschiff im Bereich der Politiker-Gedenkstätten«, erklärt der scheidende Geschäftsführer stolz.
Mit »Wir« meint er das gesamte Team der Historiker, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, gemeinsam den Nachlass Otto von Bismarcks und seiner Familie zu sammeln und verwahren und diesen für die Interessen der Allgemeinheit in Kultur und Wissenschaft, Bildung und Politik auszuwerten. Unterstützt wird die Stiftung durch den Verein zur Förderung der Otto-von-Bismarck-Stiftung, der zum Beispiel Publikationen finanziert oder Exponate ankauft.
In seiner Zeit in Friedrichsruh hat Dr. Michael Epkenhans viele interessante Besucher in der Stiftung begrüßt. Gern erinnert er sich an Gespräche mit Politikern wie Helmut Kohl, Henry Kissinger oder Johannes Rau, die alle bei ihm zu Gast waren. »Man lernt viel von den Politikern und ich habe viele von ihnen sehr persönlich kennengelernt«, erinnert er sich. Bis es einen Nachfolger gibt, übernimmt Museumspädagoge Dr. Andreas von Seggern, bisher zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit und die rechte Hand von Dr. Michael Epkenhans, die Aufgaben kommissarisch.