10-05-07
50 Jahre im Einsatz für Europa
Die Mitglieder des Ortsverbandes Aumühle/Wohltorf der Europa-Union haben in diesem Jahr einen besonderen Grund zum Feiern: Seit 50 Jahren engagieren sie sich für Europa. Das runde Jubiläum wurde mit einem großen Festakt im Augustinum Aumühle mit den Mitgliedern und geladenen Gästen aus dem In- und Ausland gefeiert. Wer ist die Europa-Union, was will sie, wer gehört zu den Mitgliedern und welchen Stellenwert hat sie heute noch in den Sachsenwaldgemeinden? Der Vorsitzende des Ortsvereins Aumühle/Wohltorf, Uwe Diezmann, hat Antworten auf die vielen Fragen.
»Aufgabe der Europa-Union ist es, die Bürger über die Bedeutung und Entstehung Europas zu informieren«, erklärt Diezmann, der sein Amt im Jahr 2000 von seiner Vorgängerin Stefanie Tiefenbacher übernommen hat. Die Europa-Union ist eine unabhängige, überparteiliche und ehrenamtlich geführte Bürgerinitiative, die kritisch Stellung nimmt zu politischen Themen. Der Aumühler Ortsverein ist rührig und organisiert in jedem Jahr ein umfangreiches Programm: Info-Veranstaltungen, Seminare, Vorträge, Diskussionen, Ausstellungen, Fahrten und Reisen gehören dazu. »Wir werden hier schon die »Reise-Union« genannt«, erzählt Diezmann schmunzelnd, denn die Reisen zu verschiedenen Zielen in Europa sind sehr beliebt. Die Themen, mit denen sich die Europa-Union beschäftigt, sind vielfältig und betreffen alle Generationen.
Und doch geht es dem Ortsverband wie so vielen anderen Vereinen auch: Der Nachwuchs fehlt, das Durchschnittsalter der Mitglieder liegt bei 70 Jahren und mehr, einen Ortsverband der Jugendorganisation »Junge Europäische Föderalisten« gibt es in den Sachsenwaldgemeinden nicht. Bis vor zwei Jahren existierte noch der Jugendaustausch mit der französischen Partnerstadt Mortagne-sur-Sèvre, aber der ist mangels Interesse in beiden Ländern eingeschlafen.
Viele Jahre lang hat die Wohltorferin Uschi Meyer den Austausch organisiert. Irgendwann wurde es immer schwerer, Jugendliche zu finden, die mitmachen wollten – sowohl in Frankreich als auch in Deutschland. »Vielleicht war das Thema einfach überreizt«, meint Uwe Diezmann. Es wird überlegt, den Austausch in Zukunft in kleinen Gruppen und nur noch alle zwei bis drei Jahre stattfinden zu lassen. Dann allerdings nicht als reinen Jugendaustausch, sondern vielleicht auch für interessierte Erwachsene. Die Europa-Union fordert die Bürger auf, Europa gemeinsam zu gestalten und dies nicht nur den Politikern zu überlassen. Vieles, was vor 30 oder 40 Jahren noch Besonderes war, ist heute allerdings Selbstverständlichkeit. Schüleraustausch, Auslandsreisen, das Erlernen von – meist sogar mehreren – Fremdsprachen: Im Zeitalter der Globalisierung gehört das einfach dazu. »Völkerverständigung, Frieden und Freiheit in einem geeinten Europa« – mehr als 60 Jahre nach dem letzten Weltkrieg sind das Selbstverständlichkeiten, die nicht infrage gestellt werden.
Wer sich für die Arbeit der Europa-Union interessiert, erreicht den Vorsitzenden Uwe Diezmann unter der Telefonnummer: 04104–27 50.