09-01-08
40 Jahre Gemeindearchiv im Bismarck-Turm
»Aumühle beginnt nicht mit Emil Specht«, betonten Aumühles erste Archivare Alfred Schlak und Greth Ingel von Tümpling, als sie in den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts anfingen, die Geschichte der Sachsenwaldgemeinde systematisch zu erforschen.
Für Alfred Schlak lag der Arbeitsschwerpunkt in der Erforschung der Historie des Ortes. Greth Ingel von Tümpling, eine Enkelin von Emil Specht, dem Gründer der Villenkolonie Sachsenwald-Hofriede, hatte es sich zur Aufgabe gemacht, in zahllosen Gesprächen die Familiengeschichten herauszuarbeiten.
Am 29. Dezember 1967, vor genau vierzig Jahren, öffneten sie das Gemeindearchiv und stellten ihre Arbeiten im Bismarck-Turm den Bürgern vor. Greth Ingel von Tümpling, heute über 90 Jahre alt, erinnert sich noch an die erste Präsentation des Archivs: »Wir hatten an den Wänden die Stammbäume der alten Aumühler und Billenkamper Familien aufgehängt.«
Der Höhepunkt ihrer ehrenamtlichen Arbeit war für Greth Ingel von Tümpling und Alfred Schlak, als sie im Jahre 1976 mit mehreren Autoren das erste Heimatbuch »Aumühle im Sachsenwald« im Kurt Viebranz Verlag herausgeben konnten.
1981 übernahm Friedrich Nehlsen das Archiv. Er sieht seine Aufgabe in erster Linie darin, die Sammlungen der Schriftstücke und Urkunden im Archiv zu vervollständigen. Annähernd 500 Aktenkartons, fein säuberlich beschriftet lagern im Turm. Und durch den Umzug der Aumühler Gemeindeverwaltung nach Dassendorf erhält Friedrich Nehlsen weiteren Nachschub für das Gemeindearchiv. »Wir wollen in den Stockwerken oberhalb der Bücherei eine Sammlung mit Bildern, Vereinsfahnen oder anderen Gegenständen ausstellen, die einen lebendigen Überblick über die Vergangenheit unserer Gemeinde vermitteln.« Neuestes Ausstellungsstück ist eine über fünfzig Jahre alte Registrierkasse aus dem ehemaligen Lebensmittelgeschäft von Philipp Eggers.
Unterstützt wird Archivar Nehlsen beim Ausbau der Sammlung von Gerd Möller, der seit einem Jahr mit Bürgern Turmbesichtigungen durchführt. Beide Archivare appellieren an die Bürger, alte Briefe, Urkunden und auch Fotos für das Archiv zur Verfügung zu stellen. Alle Unterlagen werden eingescannt oder reproduziert. Die Unterlagen werden unbeschädigt an die Eigentümer zurückgegeben, versichern Friedrich Nehlsen und Gerd Möller.
Wer dem Archiv Unterlagen zur Verfügung stellen möchte, wende sich an Friedrich Nehlsen, Alte Hege 8a, Telefon 04104 - 53 77 oder an Gerd Möller, Birkenstraße 7, Telefon 04104 - 22 82. Auch Besichtigungen des Turmes oder des Archivs können telefonisch abgestimmt werden.