07-04-09
Realschule vor dem Aus?
Was seit langem befürchtet wurde, ist seit dem 27. März gewiss: Die Realschule in Aumühle steht vor dem Aus. Nur sechs Anmeldungen gingen für die fünften Klassen ein. Damit ist klar, dass keine Realschulklasse mehr zustande kommt. Auf die Gemeinde als Schulträger kommen nun viele Entscheidungen zu. »Ich werde jetzt Gespräche mit der Schulleitung und der Politik führen«, erklärte Bürgermeister Dieter Giese. Theoretisch könne die Realschule weitermachen, zum Beispiel als Außenstellenlösung in Kooperation mit Wentorf oder Reinbek, erklärte Sven Runde, Pressesprecher im Ministerium für Bildung und Frauen. Mit einer so extrem niedrigen Anmeldezahl hatte Giese nicht gerechnet. Ob die seit Jahren geführte Diskussion um die Zukunft der Schule zu diesem Ergebnis beigetragen hat oder die kürzlich gestartete Aktion der UWG, ist nicht klar. Fakt ist jedoch, dass die Eltern sich gegen die kleine Realschule entschieden haben. »Wir zahlen jetzt die Zeche dafür, dass die politischen Fraktionen sich nicht einig waren in der Frage der Zukunft der Schule«, erklärte Andrea Nigbur, Vorsitzende des Ausschusses für Kultur, Bildung und Sport. Zurzeit hat die Realschule acht Klassen: Die 9. und 10. Klassen sind zweizügig, die Klassenstufen 5 bis 8 nur einzügig. Aufgrund der geringen Schülerzahl ist nach Aussage des Bürgermeisters unklar, ob alle noch auf der Realschule verbleibenden Kinder auch in Aumühle ihren Abschluss machen werden. Damit sind alle Bemühungen seitens der Schule und der Gemeinde gescheitert, den Realschulstandort Aumühle attraktiver und zukunftsfähig zu machen. Die betroffenen Eltern dankten Bürgermeister Giese und Schulleiterin Jennifer Lange für ihren bisherigen Einsatz und fordern jetzt Offenheit und Ehrlichkeit in der Diskussion um die Zukunft der Realschüler.