abstandshalter abstandshalter Kurt Viebranz Verlag - gut aufgelegt seit 1961
abstandshalter
Kopfgrafik eins abstandshalter Kopfgrafik zwei abstandshalter Kopfgrafik drei
abstandshalter
abstandshalter
14-11-08

Zu viele Wildschweine

 


Jagdpächter Jürgen Hollweg begutachtet mit seinem Jagdhund Chico, einem Deutsch Drahthaar, die Schäden, die Wildschweine in der Nacht auf einer Wiese am Perlbergweg angerichtet haben.

Neben Hasen und Rehen, Kaninchen und Fasanen gehören die Wildschweine zu den heimischen Tieren in unseren Wäldern. Wer in den vergangenen Wochen auf Pilzsuche im Wald unterwegs war, hat festgestellt, dass ganze Lichtungen wie umgepflügt aussehen – hier haben die Wildschweine ganze Arbeit geleistet.
»Durch die beiden milden Winter in den letzten Jahren haben sich die Bestände um bis zu 300 Prozent vermehrt«, erklärt Wohltorfs Jagdpächter Jürgen Hollweg. Die Tiere verlieren zunehmend die Scheu, kommen immer öfter auch in Wohngebiete und private Gärten. In Wohltorf wurden in diesem Jahr zum ersten Mal Wildschweine im Kirchwald gesehen. »In einer einzigen Nacht haben wir auf einem Feld im Ort 40 Tiere gleichzeitig beobachtet«, so Hollweg.
Auf der Suche nach tierischem Eiweiß können die Wildschweine enorme Schäden anrichten. Unter Rasenflächen zum Beispiel finden die anpassungsfähigen Allesfresser Engerlinge. Wenn die Wildschweine sich genüsslich durch das Erdreich gearbeitet haben und satt sind, hört für den Gartenbesitzer der Spaß auf – die gesamte Rasenfläche sieht aus wie umgepflügt. »Wir sind verantwortlich für Wildschäden außerhalb der befriedeten Grundstücke«, erklärt der Jagdpächter. So muss er einem Landwirt zum Beispiel bei Ernteausfall Schadenersatz leisten. Private Gärten sind vom Schadenersatz ausgenommen. Hier müssen die Besitzer mit Zäunen oder Hecken dafür sorgen, dass die Tiere nicht aufs Grundstück kommen. »Wenn Wildschweine auf Privatgrundstücken Schäden angerichtet haben, sollten die Grundstücksbesitzer Kontakt zu mir aufnehmen, damit wir eine Lösung finden«, so Hollweg. Die kann dann schon mal so aussehen, dass er gemeinsam mit seinen Jagdkollegen kommt und Grasnarbe für Grasnarbe umdreht und wieder festtritt.
Aufgrund der großen Populationen dürfen in diesem Jahr mehr Tiere gejagt werden als sonst. Aber in einem Ort wie Wohltorf ist das schwierig. Durch die hohe Vegetation im Sommer sind die Wildschweine schwer zu erkennen. Und die Jäger müssen Rücksicht nehmen auf Spaziergänger, Jogger und Radfahrer.
Die Tiere werden im Wald in ihrer Ruhe immer öfter gestört, wenn Jogger und Radfahrer auch im Dunkeln unterwegs sind. Ein weiteres Problem sind die GPS- und Geo-caching-Fans, die in der Dunkelheit mit Kopflampen ausgestattet durch den Wald pirschen.
Überpopulationen werden von den Jägern bekämpft, um das Gleichgewicht in der Natur wieder herzustellen. Bisher hat der Jagdpächter mit seinen Kollegen in diesem Jahr in Wohltorf neun Wildschweine erlegt. Und es werden wohl noch einige dazukommen.



abstandshalter

RSS FEED

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit dem Viebranz RSS Feed.

abstandshalter