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11-06-09

Bundesverdienstmedaille für Margot Freifrau von Tettau

 


Bürgermeister Dieter Giese freut sich mit der Aumühlerin Margot Freifrau von Tettau über die Ehrung für ihren mehr als 50 Jahre dauernden Einsatz für die soziale Integration der Heimatvertriebenen. Foto: Stephanie Rutke

Als Dank für ihr mehr als fünf Jahrzehnte andauerndes Engagement für die soziale Integration der Heimatvertriebenen wurde die Aumühlerin Margot Freifrau von Tettau mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Zusammen mit drei weiteren Schleswig-Holsteinern kam sie zu der besonderen Feierstunde ins Reinbeker Schloss, wo Ministerpräsident Peter Harry Carstensen die Auszeichnungen überreichte.

»Persönliches Engagement ist die Basis der Gesellschaft«, erklärte Carstensen vor den rund 30 Gästen. Er forderte mehr Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit für das Ehrenamt, das Anerkennung und Dank verdient.
Margot Freifrau von Tettau gehört zu den vielen Millionen Kriegsflüchtlingen, die im Zweiten Weltkrieg aus Ostpreußen flohen. Als 16-Jährige musste sie ihre Heimat Zoppot verlassen. Gemeinsam mit Mutter und Schwester führte ihr Weg über Österreich und Thüringen nach Bayern. Von dort ging es zu Fuß bis nach Rinteln an der Weser weiter, wo sie schließlich eine Ausbildung zur Dentistin begann.

Die 81-jährige Dame hat sich nie unterkriegen lassen. »Natürlich gab es immer wieder Zeiten, in denen man sehr traurig war«, erinnert sie sich. Aber im Vergleich zu vielen anderen Familien hatte sie Glück, denn über das Deutsche Rote Kreuz fand sie ihren Vater wieder, die Familie konnte zusammen ein neues Leben in Wentorf beginnen, wo ihr Vater Artur Hinrichs seine erste Stelle als Lehrer antrat. 1947 lernte sie ihren Mann Wolfgang Freiherr von Tettau kennen, den sie zwei Jahre später heiratete.

Mehr als 10.000 Ostflüchtlinge waren in Wentorf in der Kaserne untergebracht: Menschen, die alles verloren hatten und die im Westen bei vielen nicht willkommen waren. Für sie hat sich von Tettau engagiert eingesetzt, sich um Kleidung, Lebensmittel, Geld und Arbeit gekümmert.

Als die ersten Vertriebenenverbände gegründet wurden, war Margot von Tettau immer dabei. Noch bis vor zwei Jahren war sie aktiv im »Bund der Danziger« in Lübeck als Vorstandsmitglied und Mitbegründerin der Frauenarbeit, Bundeskulturreferentin und Landesfrauenreferentin.

Von Tettaus Sohn Michael war es, der sie für die Verleihung vorschlug, nachdem er die vielen Urkunden und Auszeichnungen gesehen hatte. Bürgermeister Dieter Giese freut sich mit der Aumühlerin Margot Freifrau von Tettau über die Ehrung für ihren mehr als 50 Jahre dauernden Einsatz für die soziale Integration der Heimatvertriebenen.



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