09-03-10
Schneechaos und Eisglätte
Der Winter 2009/2010 hatte es in sich: Nachdem es zunächst strahlende Gesichter gab, als klar war, dass ein weißes Weihnachtsfest gefeiert wird, änderte sich die Stimmung mit jeder eiskalten Woche: Schnee und Glatteis in solchen Mengen – damit hatte in Norddeutschland niemand gerechnet.
Der Januar war noch ein Monat voller herrlicher Rodeltage. Schlittschuhe, Schlitten und Langlaufskier kamen so oft zum Einsatz wie lange nicht mehr. Aber mit dem extremen Glatteis änderte sich die Stimmung: Schwere Stürze, Unfälle auf spiegelglatter Fahrbahn und die Tatsache, dass es den Gemeinden kaum noch gelang, Herr der Lage zu werden, machten die weiße Pracht zu einer schweren Last.
»Durch die extreme Frostperiode war die Situation teilweise nur sehr schwer zu meistern«, gibt Aumühles Bürgermeister Dieter Giese zu. Mit zwei Fahrzeugen und aufgestockter Mannschaft war der Bauhof im Dauereinsatz. Rund 80 Kilometer Straße hatten die Männer in Aumühle und Wohltorf täglich zu räumen. Die Bauhofmitarbeiter haben im Schnitt jeder 60 Überstunden angehäuft, waren oft von frühmorgens bis in den Abend hinein im Einsatz.
Zu den größten Aktionen gehörten die Räumungen der Flachdächer des Anbaus an der Schule und des Sport- und Jugendheims in Kooperation mit der Feuerwehr. Schwierig wurde es, als den Gemeinden das Streugut ausging. Das Split-Salz-Gemisch half nicht mehr gegen die dicke Eisschicht auf den Straßen. Dazu kam die Fahrbahnverengung aufgrund der Schneemassen an den Rändern. Es gab kaum noch Straßen, auf denen zwei Fahrzeuge nebeneinander passten – jede Menge Rücksicht war gefragt bei den Autofahrern. »Es gibt keinen Generalplan und es ist nicht optimal gelaufen«, zieht Dieter Giese Bilanz. Damit es nicht zu einer Wiederholung kommt, will er vorsorgen. Für den kommenden Winter soll auf jeden Fall ein größerer Splitvorrat angelegt werden. Außerdem soll der Winterdienst anders organisiert werden, damit auch die Nebenstraßen von Schnee und Eis befreit werden können. »Mir klingeln jetzt noch die Ohren von den vielen Beschwerdeanrufen«, so Giese. Nachdem Eis und Schnee Ende Februar den Rückzug angetreten haben, zeigen sich jetzt massive Schäden auf den Straßen: Schlagloch reiht sich an Schlagloch, das Autofahren bleibt eine Herausforderung. Bis alle Schäden behoben sind, müssen sich die Autofahrer noch gedulden. Vorerst heißt es »Geschwindigkeit reduzieren«.
Bürgermeister Giese rechnet für den Eiswinter mit Folgekosten in doppelter bis dreifacher Höhe für die Gemeinde. Die sonst üblichen 15.000 bis 20.000 Euro werden bei weitem nicht ausreichen, denn neben den Straßenschäden gilt es auch viele Schäden an den Bauhof-Fahrzeugen und der Ausrüstung zu reparieren.