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03-06-08

Klares "Nein" zum Wasserkraftwerk

 


Die Berufsfischer Christian Köthke und Wilhelm Grube informierten Eva Bulling-Schröter und Brunhilde Irber über die Fischsituation in der Elbe. Fotos: Josef Brandt

Von Josef Brandt

Geesthacht – Mitglieder der Bundestags-Parlamentariergruppe »Frei fließende Flüsse« besuchten am gestrigen Montag die Elbe. An der Staustufe Geesthacht informierte sich die Parlamentariergruppe unter andrem über Durchgängigkeit, Fischaufstiegshilfe, Wasserkraftnutzung, Kühlwasserproblematik und Sauerstofflöcher.


Die Elbe hat sich nach der deutschen Wiedervereinigung schnell wieder erholt. Sie ist von einem Fluss, der kurz vor dem Umkippen stand, wieder der fischartenreichste Strom Europas geworden. Die Fischfauna und die Artenvielfalt sind jedoch in ihrer Existenz bedroht und in ihrer weiteren Entwicklung behindert. Beispielsweise die Nutzung als Bundeswasserstraße oder für den Betrieb von Kraftwerken beeinträchtigen den Fluss sehr stark.
Aus diesem Grunde ist ein Austausch zwischen der Fischerei, ihren Vertretern und Partnern aus Wissenschaft und Verwaltung auf der einen Seite und interessierten Parlamentarier unterschiedlicher Fraktionen des Deutschen Bundestages in beiderseitigem Interesse. Am Wehr in Geesthacht ist bereits eine der modernsten Fischaufstiegshilfen Deutschlands in Betrieb. Allerdings ist diese Aufstiegshilfe viel zu klein. Nach Ansicht der Fischerei ist die Fischaufstiegshilfe nicht mehr als ein »Mäuseloch in einem Scheunentor«. Eine weitere Aufstiegshilfe, auch für größere Fische wie den Stör, wird seit Langem gefordert.


Bei dieser Ortsbegehung der Fischaufstiegshilfe ließ Brunhilde Irber, Vorsitzende der Bundestags-Parlamentariergruppe und Mitglied des Deutschen Bundestages, keinen Zweifel aufkommen, dass einem geplanten Wasserkraftwerk im Bereich der Staustufe eine klare Absage erteilt würde. »Für ein Wasserkraftwerk sehe ich keine Notwendigkeit«, so Irber. »Ein solches Kraftwerk wäre auch mit den Wasserrahmenrichtlinien nicht vereinbar. Wir werden diesem Vorhaben nicht zustimmen, zumal drei Windkrafträder die gleiche Leistung erzielen und damit dasselbe Ergebnis.«


Auch Fischermeister Christian Köthke aus Gorleben, Vorsitzender der Gemeinschaftsinitiative Elbfischerei, sprach sich eindeutig gegen das von den Geesthachter Stadtwerken geplante Wasserkraftwerk in der Elbstaustufe aus. »Zweidrittel der Wanderfischarten wie Lachs und Stör sind schon weg«, so Köthke. »Lediglich der Aal hat sich als einziger gehalten. Ein Wasserkraftwerk würde die Aale ansaugen und dann in den Turbinen zerschreddern.« Auch der Elbe-Rat, ein Zusammenschluss von zehn Bundesländern, hat sich eindeutig auf Abteilungsleiter-Ebene für eine zweite Fischaufstiegsanlage ausgesprochen. In seinem Ergebnisprotokoll der 8. Sitzung des Elbe-Rates heißt es: »Vor dem Hintergrund der zu erfüllenden Aufgaben bezüglich der Fischfauna spricht sich der Elbe-Rat grundsätzlich für den Bau einer der Breite des Stromes und der Größe des oberhalb des Wehres Geesthacht gelegenen Elbeeinzugsgebietes angemessenen Fischwechseleinrichtung am Nordufer der Elbe beim Wehr Geesthacht aus«.



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