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15-08-12

Aufgeregte Abc-Schützen voller Erwartung

 


Aufmerksam verfolgen die Abc-Schützen die Darbietung der Viertklässler auf der Bühne. Foto: Gabriele Kasdorff

Geesthacht (gak) – Die Aula der Silberbergschule füllt sich mit aufgeregten und hübsch gekleideten Abc-Schützen, die stolz ihren großen Ranzen und die oftmals noch größere Schultüte tragen. Begleitet von Eltern und Großeltern, ebenso aufgeregt und ein klein wenig melancholisch mitunter, denn nun sind »ihre Kleinen« auf dem Weg in einen neuen Lebensabschnitt, in dem erstmals die Eltern nicht mehr die ersten Bezugspersonen sind. Am Rande stehen die beiden künftigen Klassenlehrerinnen Jutta Radel (58) und Anna Werner (31) und betrachten voller Vorfreude ihre Schüler. »Ich bin total aufgeregt, es ist meine erste Klasse, die ich übernehme und die nächsten vier Jahre begleiten werde«, sagt Anna Werner, die die Pinguin-Klasse 1e mit 21 Schülern übernimmt. Auch für Jutta Radel ist die 1b – Schnabeltier-Klasse – mit den 22 Schülern etwas ganz Besonderes: »Es ist das sechste und zugleich letzte Mal, dass ich eine erste Klasse übernehme, aber ich bin noch immer aufgeregt.«

Schulleiter Ingo Spiegelhalder begrüßte die Erstklässler mit liebevollen und humorvollen Worten und lächelte: »Das Kribbeln im Bauch, das hatten wir am ersten Tag auch.« Die Geschichte von der Hexe Cora, die die Kinder nicht zur Schule lassen möchte, weil sie selber nicht schreiben und lesen kann, wurde von den Schülern der vierten Klasse unter Einbeziehung der Abc-Schützen zauberhaft vorgetragen. Aufmerksam und begeistert folgten Kinder und Eltern gleichermaßen der Geschichte.

Danach wurde es »ernst«, die Kinder folgten den Lehrerinnen zum ersten Mal in den eigenen Klassenraum. Plüschtier Paule, der Pinguin, begleitete sie an der Hand von Lehrerin Anna Werner. Und obgleich sich die Eltern nun eigentlich von ihren Kindern trennen sollten, um weiteren Ausführungen des Schulleiters zu lauschen, konnten sich einige so gar nicht trennen. Sogar im Klassenraum wurde noch gefilmt und fotografiert, erst nach der Aufforderung der Lehrerin konnte der erste Unterricht beginnen. Fröhlich, voller Erwartung und aufgeregt waren die Kinder fast alle, nur einer weinte anfangs leise nach seiner Mutter, beruhigte sich aber unter der liebevollen Betreuung von Anna Werner recht schnell. Die Kinder holten sich ihre Namensschilder, lernten den »Leisefrosch« und die erste Regel kennen: »Nicht durcheinander reden, melden ist das Wichtigste.« Die Lehrerin erläuterte.: »Heute darf jeder sitzen, wo er es mag, morgen werden wir die vorläufige Sitzordnung bestimmen.«

Von den in Schleswig-Holstein etwa 22.500 Erstklässlern, das sind 500 weniger als im Vorjahr, wurden in der Silberbergschule 121 Kinder in sechs Klassen eingeschult. Bildungsministerin Prof. Dr. Waltraud Wende sagt: »Ich stehe für einen neuen bildungspolitischen Stil, der durch Offenheit, Dialog und Beteiligung geprägt ist.« Als wichtiges bildungspolitisches Ziel hob sie die Chancengerechtigkeit unabhängig von den Herkunftsfamilien hervor und betont: »Gute Schulbildung erhöht die Aussicht auf ein selbstbestimmtes Leben und stärkt den sozialen Zusammenhalt.«



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