20-12-11
10.000 Besucher im Schwarzenbeker Amtsrichterhaus
Schwarzenbek (no) – Der Rahmen im historischen Amtsrichterhaus war gut gewählt für die letzte Sitzung 2011 und liebevoll weihnachtlich gestaltet. Nicht ganz so sorgfältig ging der Kultur- und Sozialausschuss mit dem Kulturgut Amtsrichterhaus und dem dort präsentierten, erfolgreichen Kulturprogramm um und vertagte die Entscheidung zur Nachfolge der scheidenden Kustodin.
Seit drei Jahren war Meike Wenck gemeinsam mit dem Freundeskreis ARS in einem 400-Euro-Job verantwortlich für zahlreiche neue Kooperationen, 21 Ausstellungen und 110 Veranstaltungen von Ausstellungen und Lesungen bis zu Konzerten mit fast 10.000 Besuchern in den drei Jahren – »ein respektables Ergebnis für eine Stadt mit 15.000 Einwohnern«, stellte Meike Wenck fest. Sie konnte jetzt einen überzeugenden Schlussstrich unter ihren Einsatz ziehen. Meike Wenck wird mit ihrer kleinen Familie für einige Monate nach Shanghai ziehen und möchte ihre wertvolle Aufbauarbeit in gute Hände übergeben.
Derzeit ist allerdings völlig offen, wer ihre Nachfolge antreten wird, denn sie hat als Kustodin (Hüterin) des ARS große Fußspuren vorgelegt. Die Kommunalpolitiker waren sich einig, dass sie die anstehende Klausurtagung zum Stellenplan der Verwaltung abwarten wollen, bevor sie weitere Überlegungen zur Nachfolge im ARS anstellen. Ob es zu einer neuen Stelle Archivar (Dr. William Boehart geht Oktober 2011 in den Ruhestand) und Kustode ARS kommen wird, ist ebenso ungewiss, wie eine Regelung mit Frank Düwel, der den Kultursommer am Kanal kreisweit organisiert. Bürgermeister Frank Ruppert hat ein erstes Gespräch mit ihm geführt, aber auch mit Neugaleristin Dr. Melita Mucha. Eine Wohnung im Obergeschoss des historischen Gebäudes könnte an einen Haushüter vergeben werden, was allerdings laut Klaus-Dieter Gottwald vom Freundeskreis zu versicherungstechnischen Problemen führen könnte.
Zum Null- oder 400-Euro-Tarif wird ein kompetenter Nachfolger kaum zu finden sein, das haben Gespräche mit interessierten Kulturschaffenden bereits gezeigt. Andererseits ist der ehrenamtlich tätige Freundeskreis am Rande des Machbaren angekommen, so Klaus-Dieter Gottwald. Meike Wenck empfahl, die Kustodenstelle umgehend auszuschreiben und »eine dem Haus angemessene Lösung« zu suchen. Für die nahe Zukunft hat sie mit einem Programm in der gewohnten Qualität bis Mitte 2012 vorgesorgt. Sicher nutzt der ein oder andere Kulturfreund die Gelegenheit am Donnerstag, 22. Dezember, sich von Meike Wenck bei einem Glas Sekt zu verabschieden. Zuvor wird Clemens von Ramin ab 19.30 Uhr einen weihnachtlichen Abend im Amtsrichterhaus gestalten. Karten (14 Euro) sind an der Abendkasse erhältlich.