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23-02-10
Frostige Zeiten...
Schwarzenbek (ml) – Ihr Arbeitstag beginnt, wenn sich andere noch drei Mal im Bett umdrehen: Die Mitarbeiter des städtischen Bauhofes haben derzeit Hochsaison. Der Winter im Allgemeinen verlangt ihnen vom 15. Dezember bis 15. März Sonderschichten ab – ausgerüstet mit kleinen Treckern, Unimog mit Streuer und Schneeschild, Pritschenwagen, Tremo (großer Trecker) und einem Mercedes-Bus. Und dieser Winter meint es besonders gut mit der Arbeitszuteilung. Um vier Uhr morgens geht’s los, vier bis acht Mitarbeiter sind in der ersten Schicht bis 11.30 im Einsatz. Die zweite Schicht hat bis 18 Uhr Dienst, dann ist im Notfall die Frühschicht wieder dran. Wenn es erforderlich ist, geht der Dienst auch mal die ganze Nacht durch wie beispielsweise vom 29. bis 30. Januar. Geräumt wird nach festen Winterdienstplänen. »Das ist unsere Bibel«, sagt Michael Timm, Tiefbautechniker bei der Stadt und »in zweiter Linie zuständig für den Bauhof«. Plan 1 (Brücke, alle Hauptstraßen) hat höchste Priorität und wird zuerst abgearbeitet, dann folgt Plan 2 (Schulwege). 55 Kilometer kommen auf so einer Tour schnell zusammen – und Berge von Schnee. Die stapelt die Stadt mittlerweile auf dem Parkplatz beim Schützenhof. Dort kann das Tauwasser später in Gräben ablaufen. Auch Fuß- und Radwege müssen schneefrei gemacht werden. Dazu zählt beispielsweise auch der Radweg von Schwarzenbek nach Kollow, der bei Bedarf jeden Tag geräumt wird, wie Bauhofleiter Conrad Niemann erklärt. Große Probleme bereiten den Mitarbeitern die »illegal« entsorgten Schneemassen der Schwarzenbeker, die ihre weiße Last munter auf die Straße schippen. Das ist verboten, der Schnee ist auf dem eigenen Grundstück zu lagern. Denn die Schneemassen behindern Autofahrer und vor allem Rettungsfahrzeuge. Zeitweise hagelt es Beschwerden von Anwohnern, deren Straßen nicht ordnungsgemäß geräumt sind. Und die dann oft wenig begeistert reagieren, wenn sie erfahren, sie seien selbst zuständig. Doch in der entsprechenden Satzung der Stadt ist dies ganz genau geregelt – lesen Sie nach unter www.schwarzenbek.de http://www.schwarzenbek.deGestreut wird Granulat mit geringem Salzanteil, leider. Denn von den am 28. Dezember bestellten 200 Tonnen Salz sind erst 28 geliefert worden. »Wir kriegen auch zu höheren Preisen kein Salz«, stellt Michael Timm klar. Und ein Ende der Rutschbahnsaison ist noch nicht abzusehen. Tagsüber Tauwetter, nachts leichter Frost, das macht die Straßen und Wege auch glatt. Das ausgestreute Granulat wird übrigens größtenteils wieder aufgefegt und muss später als Sondermüll entsorgt werden, da es durch Reifenabrieb und Abgase verunreinigt ist. Außerdem gelangt es in die Regenwasserleitungen, wo es wieder rausgesaugt werden muss. Für die Stadt Schwarzenbek wird der strenge Winter sich finanziell bemerkbar machen: »Horrende Kosten« erwartet Timm – letztlich auch durch Straßenschäden infolge des Frostes. Die Mitarbeiter des Bauhofes dagegen können sich auf freie Zeit freuen: Im Sommerhalbjahr werden sie die reichlichen Überstunden abbummeln, wie immer. |
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