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06-04-10

Landluft ade? - Biogasanlage: Bedenken ausgeräumt

 


Bald auch in Schwarzenbek? So sieht die Biogas-Anlage in Havekost aus. Foto: Christian Weidner

Experte Dr. Edgar Techow vor dem Planungsausschuss, während die Biogas-Investoren im Zuschauerraum gespannt auf die Abstimmung der Politiker warten. Foto: Susanne Nowacki

Schwarzenbek (no) – Zum zweiten Mal befasste sich der Planungsausschuss mit der Biogasanlage in Grove. Geplant von Landwirten aus Grove und Brunstorf soll die Anlage zwar gar nicht auf Schwarzenbeker Gebiet stehen. Aber die notwendigen Leitungen, um das Blockheizkraftwerk des Mühlenviertels künftig mit Gas aus Gülle und Mais zu beliefern, müssen über Schwarzenbeker Grund geführt werden, und damit ist auch Schwarzenbeks Politik und Verwaltung mit im Boot.

Und die Schwarzenbeker Politiker machen sich im Zusammenhang mit Biogas Gedanken um den Klimaschutz, die Ernährung der Weltbevölkerung und den Anlieferverkehr zur geplanten Anlage in Grove. Dr. Edgar Techow von der Landwirtschaftskammer war eigens angereist, um die Bedenken der Politiker bezüglich der Produktion von Wärme und Strom aus dem Nahrungsmittel Mais auszuräumen: »Ich mache mir weniger Gedanken darum, dass für die Ernährung der Weltbevölkerung Flächen fehlen könnten, sondern mehr um das Klima. Biogas kann einen kleinen Beitrag leisten, um den Klimawandel zu verlangsamen, den sollten wir nutzen.« Probleme beim Maisanbau als Monokultur sind bislang nicht aufgetreten, allerdings erfordern die notwendigen 280 bis 300 Hektar Mais für die Biogasanlage in Grove sorgfältige Pflege.

Mit der geplanten Anlage (Investitionsvolumen zwei Millionen Euro) können die drei Landwirte Franz-Otto Berling und Adolf Cordes aus Grove sowie der Brunstorfer Hermann Ohle ein Drittel des Gasbedarfs im Blockheizkraftwerk durch Biogas ersetzen. Die Produktionsreste werden als geruchsloser Dünger auf die Felder der beteiligten Bauern aufgebracht. Es entweicht kein geruchsintensives Methan mehr aus der Gülle in die Atmosphäre. Landluft ade.

Die Planungen laufen bereits seit April 2008 und gehen jetzt in die entscheidende Phase. »Die Gemeinde Grove steht hinter dem Projekt«, weiß Hermann Ohle, der sich gemeinsam mit den Berufskollegen ein weiteres Standbein aufbauen möchte für seinen landwirtschaftlichen Betrieb. Auch die Schwarzenbeker Politiker stimmten mehrheitlich für die Anlage und den Betrieb am geplanten Standort Totenweg/ Grover Weg. Da der Anlieferverkehr in den drei Wochen der Erntezeit über die künftige Umgehung fahren wird, rechnet Bauamtsleiter Ralf Hinzmann mit keiner zusätzlichen Lärmbelastung für Schwarzenbeker Bürger.



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