29-03-10
Sauberes Schleswig-Holstein – Schwarzenbek ist entrümpelt
Schwarzenbek (jns) – Wie bereits in den Vorjahren zogen auch in diesem Jahr am letzten Märzwochenende wieder etliche Jugendliche mit blauen Säcken und Müllzangen bewaffnet durch den Ort. Ihre Beute: Fast 50 Säcke voll mit Müll. Eigentlich ein trauriges Ergebnis. Nicht etwa, weil die Helfer noch besser hätten arbeiten können, sondern aufgrund der Tatsache, dass all dieser Abfall, der Inhalt dieser 50 Säcke, bis zum heutigen Tag auf den Parkplätzen, in den Parks und Knicks unserer Stadt verteilt war. Und das, obwohl in den Parks überall Mülleimer aufgestellt sind, es in Schwarzenbek genügend Altglas-, Altpapier- und sonstige Müllcontainer gibt und für größere, sperrige schrottreife Gegenstände sowie Bauschutt unter anderem der Recyclinghof in Lanken in unmittelbarer Nähe zur Verfügung stehen. Außerdem kommen wir Deutschen in den Genuss einer funktionierenden Müllabfuhr und vor gerade zwölf Monaten haben die freiwilligen Helfer das letzten Mal die Stadt entrümpelt – mit ähnlichem Ergebnis. Das heißt also, dass in der Zwischenzeit pro Woche fast ein ganzer großer Sack voll Müll in der Gegend verteilt wurde – und das ist allein der Mülle, der nicht auf Gehwegen und Straßen liegen gelassen wurde. Denn den entfernt ja bereits die Straßenreinigung.
Bis vor einigen Jahren waren auch für die Sauberhaltung von Parks und Grünflächen noch die Stadtwerke zuständig. Diese Aufgabe wurde nun aber wie so vieles erfolgreich auf das Ehrenamt abgewälzt. Damit wir nun aber trotzdem weiterhin in einer gepflegten, sauberen Stadt leben können, hat sich die Freiwillige Jugendfeuerwehr in Kooperation mit dem Jugendtreff dieser Aufgabe angenommen. Sie haben zusammen mit einigen anderen freiwilligen, teilweise auch erwachsenen Helfern in Dreier- und Vierergruppen in fast dreistündiger Arbeit diese immense Müllmenge aufgesammelt. Im Anschluss an die Sammelaktion kamen alle Beteiligten noch einmal auf dem alten Marktplatz zusammen, wo es Würstchen vom Förderverein der Feuerwehr und Getränke vom Jugendtreff gab.
Dort war nach getaner Arbeit unter anderem auch Tobias Eggers, 16, anzutreffen. Er hatte mit seiner Gruppe die Route vom Funkturm bis zur Kollower Straße aufgeräumt. Obwohl in dieser Gegend fast nur Jogger und wenige Spaziergänger anzutreffen sind, kam er mit einem annähernd vollem 50-Liter-Müllbeutel vom Sammeln zurück. Den Großteil dieses Mülls hatte er an der Kollower Straße gefunden, »weil die Autofahrer einfach alles aus dem Fenster schmeißen«, wie er feststellen musste. Was die Leute alles in der Natur entsorgen verwundert ihn nicht mehr. Bei dieser Sammelaktion wurden neben den üblichen Plastikbechern, Flaschen und Verpackungen auch Eimer mit Bauschutt im Stadtpark und ein demoliertes Fahrrad aufgesammelt. Aber nach den fünf Sammelaktionen, an denen er nun aber schon teilgenommen hat, kann er traurigerweise behaupten: »Ich habe schon mal einen ganzen Motor gefunden.«